Rezension | Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten

Rezension | Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten

Titel: Das Dorf der toten Seelen | Originaltitel: Staden | Autor: Camilla Sten | Übersetzer: Nina Hoyer | Verlag: HarperCollins | Erscheinungsdatum: 05.05.2020 | Seitenzahl: 448

Stranger Things meets Scandinavian Crime

Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen und plant, ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen: über Silvertjärn, einen abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Vor 60 Jahren verschwanden unter ungeklärten Umständen alle Bewohner von einem Tag auf den anderen. Kurz zuvor zog ihre Großmutter von dort weg. Alice will herausfinden, was damals geschehen ist. Mit ihrem Team bricht sie zu dem einsamen Ort auf. Doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Was ist damals passiert? Und vor allem: Werden Sie diesen grausamen Ort lebend verlassen?

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Eins der Bücher, die mich einfach angelacht hatten und bei denen ich herausfinden musste, was sich hinter der Geschichte verbirgt!

Eine Protagonistin nach meinem Geschmack. Nicht.

Ich weiß, dass das viele unterschiedlich sehen, aber…wenn ich mit den Protagonisten einfach nicht warm werde, hat es die ganze Geschichte ziemlich schwer bei mir. Hier war es zwar definitiv nicht der einzige Kritikpunkt, aber auf jeden Fall der, der mir am meisten im Kopf geblieben ist. Alice ist ein wenig unberechenbar, was an sich ja gerade in diesem Genre überhaupt nicht negativ ausgelegt werden muss, doch ich habe einfach keinen Aspekt bei ihr gefunden, der mich angesprochen hat. Sie hat ständig an allem und jedem rumgenörgelt – natürlich auch mal berechtigt – doch meistens eben einfach aus Prinzip. Und das wirklich ständig.

Ähnlich reihen sich auch die anderen Charaktergestaltungen ein, wobei ich die anderen teilweise wenigstens interessanter fand. So stand zumindest in meinen Augen aber das andauernde Gezanke mehr im Mittelpunkt als die eigentliche Handlung. Teilweise sind die beiden Dinge zwar Hand in Hand gegangen, aber für eine Geschichte, die mit etwas anderem wirbt, erhoffe ich mir eben auch etwas anderes.

Die Idee an sich

Die Idee hinter Das Dorf der toten Seelen fand ich unglaublich interessant und vielversprechend. Eine Geisterstadt, bzw. ein Geisterdorf ist ein typischer Aufhänger für Thriller oder Horror Geschichten und bietet einfach unglaublich viel Potenzial. So ist man sich auch nie wirklich sicher, wie viel Realität und wie viel Mystery hinter den Zeilen steckt, wodurch automatisch die Spannung gehalten wird, in der Regel.

Wenn es wie hier dann auch noch private Verknüpfungen zum Ort mit den Charakteren gibt, sorgt das nochmal für einen besonderen Flair. Nur leider konnte ich mich auch darauf leider nicht wirklich einlassen. Camilla Sten hatte hier auf jeden Fall gute Ideen und auch entsprechend interessante Ansätze, nur mit der Umsetzung bin ich leider nicht warm geworden. Es gab viele der Momente, in denen die Spannung wirklich mal zum Vorschein kam, durch Nichtigkeiten für mich aber wieder flöten gegangen ist, schade.

Die Umsetzung im Gesamtpaket ist sicherlich nicht schlecht und wird auch ihre Liebhaber finden, nur für mich war es ein wenig enttäuschend. Nicht ganz so schlimm, wie es sich hier aus den Zeilen wahrscheinlich herausliest, aber eben auch einfach nicht überzeugend. Unterhaltung wurde an der einen oder anderen Stelle definitiv geboten, aber auch nicht mehr. Von der Auflösung am Ende möchte ich gar nicht erst anfangen, nicht nur, um nicht zu spoilern, sondern weil mir das sogar am wenigsten gefallen hat.

Für mich war Das Dorf der toten Seelen leider eine kleine Enttäuschung, obwohl ich die Idee an sich richtig spannend fand. Die Konflikte der Charaktere, vor allem der Protagonistin standen mir zu sehr im Mittelpunkt, was jeglicher Spannung immer wieder einen Abbruch getan hat. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich auch für diese Story ihre Liebhaber finden wird, nur ich gehöre leider nicht mit dazu.

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