Rezension | Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer von Sarah J. Maas

Rezension | Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer von Sarah J. Maas

Titel: Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer | Originaltitel: A Court of Silver Flames | Autor*in: Sarah J. Maas | Übersetzer*in: Franca Fritz & Heinrich Koop | Verlag: dtv | Erscheinungsdatum: 20.10.2021 | Seitenzahl: 816 | Altersempfehlung: ab 14 | Weitere Bände: (1) Dornen und Rosen ; (2) Flammen und Finsternis ; (3) Sterne und Schwerter ; (4) Frost und Mondlicht

Nesta und Cassian: Das neue Traumpaar am Fantasyhimmel

Feyres Schwester Nesta war schon immer stolz, wütend und nachtragend – und seit sie gegen ihren Willen eine High Fae wurde, fällt es ihr schwer, ihren Platz am Hof der Nacht zu finden. Ausgerechnet Cassian soll Nesta nun dabei helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren. Doch die plötzliche Nähe zu ihm stellt Nesta vor eine beinahe unerträgliche Herausforderung, denn noch immer kann und will sie ihren Gefühlen für Cassian nicht nachgeben.

Als dem Reich der Fae erneut ein Krieg droht, liegt es an Nesta, drei magische Artefakte zu finden – um das Schlimmste zu verhindern. Doch die Suche bringt nicht nur dunkle Machenschaften ans Licht, sondern auch Nestas magische Fähigkeiten, die eine ungeahnte Gefahr darstellen …

Alte Gefährten, neue Freunde und noch gefährlichere Feinde – der neue Roman von Bestsellerautorin Sarah J. Maas ist mitreißender, leidenschaftlicher und magischer denn je!

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

An den wenigstens ist die Reihe Das Reich der sieben Höfe klanglos vorbeigezogen und das hat auch seine Gründe – für mich allerdings hat die Liebe ziemlich nachgelassen, dennoch konnte ich mir den 5. Band einfach nicht entgehen lassen!

Kein Nesta Fan

Bei manchen Charakteren ist sich der Großteil einig, bei anderen, wie zum Beispiel Nesta, streiten sich die Gemüter. Ich muss leider gestehen, dass ich noch nie ein Fan von ihr war. Keinesfalls weil ich sie nicht interessant gefunden hätte, nur einfach schlichtweg unsympathisch und da kann ich immer schlecht über meinen Schatten springen.
War sie von Beginn an schon eher unzugänglich, so hat die unfreiwillige Verwandlung in eine High Fae und ihr düsterer Kampf mit dem Kessel es nicht nicht besser gemacht. Eigentlich ist es gerade hier gut aufzuzeigen, dass jede*r anders mit seinen Schicksalsschlägen und Traumata umgeht und nicht immer aus seiner Haut kommt – wie schon gesagt, vollstes Verständnis. Doch dadurch, dass sie es ausgerechnet so sehr an den Menschen auslässt – dauerhaft – die immer an ihrer Seite sind, habe ich sie einfach nicht gemocht.

So beginnt auch der Blickwinkel aus dem diese Story geschrieben wird viel düsterer – auch Feyre hatte ihre Kämpfe, aber eben auch viele helle Momente, bei Nesta sieht das anders aus. Dazu kommt, dass Prythian nach dem Kampf gegen Hybern nicht mehr annähernd so idyllisch beschrieben wird, sondern sich erst wieder im Aufbau und Umbruch befindet. Das Land und vor allem auch die Menschen haben sehr unter der Zeit gelitten, was wir einst in den schönsten Farben geschildert bekommen haben, scheint nun eher trist und traurig.
Es ist kein Geheimnis, dass der Gegenpart nun Cassian ist – hier immerhin ein Charakter auf den ich mich wahnsinnig gefreut und den ich von Anfang an ins Herz geschlossen habe. Die Dynamik zwischen den beiden war dadurch auch ganz anders, als man es oft gewohnt war, denn – Überraschung – Nesta war meistens ziemlich gemein.
Wer ein wenig traurig ist, sich von Feyre und Rhysand trennen zu müssen – keine Bange! – auch diese beiden haben hier noch ihre Momente, ebenso wie die restlichen Charaktere vom inneren Kreis und auch noch ein paar neuen sehr interessanten Figuren.

Fast mehr Erotik als Handlung

Wer mir schon eine Weile folgt, weiß, dass ich mehr auf Action, düstere Abenteuer und Drama stehe als auf Liebesgeschichten. Aber sind wir ehrlich, auch ich bin nicht so kalt, dass ich mich einem romantischen Moment nicht hingeben könnte. Erotik in Büchern catcht mich hingegen nur bedingt bis gar nicht – da hatte ich hier ja den perfekten Griff. Nicht. Wer schon mehr von Sarah J. Maas gelesen hat, weiß dass es bei ihr auch mal sehr spicy zugehen kann, aber come on, was war das denn hier.
Bei manchen habe ich gelesen, dass ihnen die Entwicklung von Nesta und die Verbindung zwischen ihr und Cassian zu lange gedauert hat – ich weiß, Geschmäcker sind unterschiedlich – aber hätte man die Bumsszenen gestrichen wäre das Buch wahrscheinlich nur halb so lang gewesen.
Die Zeit, die sich die Autorin hingegen für die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Charakterentwicklungen genommen hat, hat mich schon wesentlich eher begeistern können.
Ich weiß auch, dass das ein ganz individueller und persönlicher Kritikpunkt ist, aber holy, so viele Schwänze und feuchte Momente, ein Wunder, dass Cassians Glied kein magisches Artefakt war, dann hätten wir es immerhin schneller gefunden. Vielleicht wäre mir das Ganze auch nicht so negativ aufgestoßen, wenn Nestas Lebensstil zu Beginn, was Feiern und Sex angeht, nicht so negativ dargestellt worden wäre. Naja, vielleicht doch, weil ich da einfach nicht viel Handlung draus ziehe, aber es hatte dadurch eben einen ziemlich negativen Beigeschmack.

Neben meinem typischen Gemecker muss ich aber auch zugeben, dass es wieder ein typischer Pageturner, ganz in Maas-Manier war und Spaß gemacht hat. Ich musste oft mit den Augen rollen, doch selbst ich konnte irgendwann mein Herz für Nesta erwärmen, hab vor allem Gefallen an ihren neuen Freundschaften gefunden, fand die Verknüpfung zur Backround Story von Rhysand, Cassian und Azriel ziemlich interessant und gerade das Ende hat es wieder gebracht. Und auch zwischendurch ist mein Abenteuer-Herz doch noch auf seine Kosten gekommen. Ich fand 1,2 Einspieler zwar sehr klischeehaft und vielleicht ein wenig unnötig, aber auch hier ist es wieder Geschmackssache. Dennoch habe ich die letzten Seiten mit kleinen Tränchen in den Augen beendet und freue mich sehr, dass ich diesen Band doch noch gelesen habe.

Ich muss gestehen, dass ich noch nie ein Nesta Fan von, wodurch der Einstieg in den 5. Band von Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer von Sarah J. Maas gar nicht so leicht war. Mit viel Augenrollen habe ich auch sämtliche Bumsszenen überstanden, die schon fast die Hälfte des Schmökers ausgemacht haben, haha, und am Ende dann dennoch ein paar Tränchen vergießen müssen. Trotz meiner Kritikpunkte hat die Story einfach auch viel Spaß gemacht.

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