Rezension | Die Schneekönigin von C. E. Bernard

Rezension | Die Schneekönigin von C. E. Bernard

Titel: Die Schneekönigin – Kristalle aus Eis und Blut | Autor*in: C. E. Bernard | Verlag: Penhaligon | Erscheinungsdatum: 28.09.2022 | Seitenzahl: 368

Du liebst gruselige Neuerzählungen wie »Die Dunklen Chroniken«, die »Disney – Villains« und »Twisted Tales«? Dann mach dich gefasst auf die Schneekönigin!

Jeder kennt ihre Geschichte: Weit im hohen Norden lebt die Schneekönigin in ihrem kalten Palast. Sie ist ein Monster, das Kinder entführt und Eiskristalle in ihre Herzen treibt. Doch ich glaube nicht daran. Im Gegenteil: Ich will, dass die Schneekönigin mein Kind rettet! Denn die Gunst des Winters und seiner eisigen Stürme gehört meinem Reich seit Generationen. Erst als am Tag der Winterwende ein geheimnisvoller Luchs auftauchte, sandte die Schneekönigin mir ihren Zorn. Doch ich werde ihre drei Prüfungen bestehen und meinen Sohn retten. Sogar, wenn ich dabei selbst zu Eis erstarren werde …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Da ich nicht nur ein größer Märchen Fan bin, sondern die Autorin auch sehr gerne lese, war ich auf diese Neuerscheinung ganz besonders gespannt.

Nach Hans Christian Andersen

„Die Schneekönigin“ ist sicherlich den meisten ein Begriff, auch wenn die ursprüngliche Geschichte von Hans Christian Andersen vielleicht schon weniger im Gedächtnis gefestigt ist. C.E. Bernard hat sich nun dem ursprünglichen Märchen angenommen und liefert eine düstere Adaption mit einem durchaus interessanten Fokus.
Wir finden uns wieder in Oslo um 1842 und die Aufgabe der Burgherrin Greta ist es nicht nur auf ihre Familie und ihre Gemeinschaft achtzugeben, sondern auch die Prozession zu führen, die über den eingefrorenen Fjord führt und das Lied der Schneekönigin anzustimmen. Es kommt, wie es kommen muss – ein Riss im Eis. Und dies ist erst der Anfang, denn scheinbar hält die Schneekönigin doch nicht mehr ihre schützende Hand über das Land, denn der Winter verliert immer mehr an Kraft und das ausbleibende Gefrieren des Gewässers, durchbricht auch den Weg der Nahrungsmittelzufuhr.

Gretas Mann Kay fleht seine Frau schon lange an, mit ihm und dem gemeinsamen Sohn aufs Festland zu gehen und so mehr Sicherheit für die Familie zu gewinnen. Doch Greta sträubt sich nicht nur für sich selbst, auch ihre Gemeinschaft, vor allem den Frauen will sie diese Entscheidung nicht aufzwingen. Denn im Vergleich zum Festland herrscht hier wirkliche Gleichberechtigung. Die Frauen dürfen arbeiten und sind unabhängig, dies würde sich auf dem Festland ändern.
Ihr könnt es schon erahnen, was als nächstes kommt, ein großes Unglück, das zum Handeln zwingt, genau. Unik, Gretas Sohn wird schwer krank, es gibt keine Medikamente mehr und ein Rüberkommen zum Festland ist nicht möglich, also macht sich Greta auf den Weg zur Schneekönigin, um ihre Gunst zu gewinnen und ihrem Sohn dadurch das Leben zu retten.

Düster & schonungslos

Bereits nach wenigen Seiten ist schon klar, dass hier ein etwas außergewöhnlicher Stil auf die Leserschaft zukommt. Für diese Märchenadaption und auch den gewählten Ton finde ich ihn zwar genau passend, kann aber durchaus auch verstehen, wenn manche damit nicht so warm werden. Die Charaktere und vor allem auch Greta wirken distanziert und kühl, wobei die starke Protagonistin auch voller Überlebenswillen strotzt. Für Sympathie ist nicht immer Raum gegeben, denn oftmals ist es die Wut, die hier Bahn bricht.
Nicht zuletzt, weil sich die Autorin dafür entscheiden hat, ihre Leser*innen weniger durch das Märchenland, als durch die Gesellschaft und Ungerechtigkeiten zu führen.

Greta muss sich drei Aufgaben stellen, die sie oft an ihre Grenzen bringen und immer wieder ihr Handeln und ihre Einstellungen hinterfragen, dabei wird ein merklicher feministischer Faden gespannt, was mir durchaus gut gefallen hat. Und das all die Ungerechtigkeit oftmals auch mehr Wut hervorruft, kann ich absolut verstehen. Dennoch gibt es mystische Wesen, Märchenfeeling und einige Abenteuer – doch manches eher angerissen, als detailreich erzählt. Und leider war mir auch relativ schnell klar, worauf diese Geschichte wohl hinauslaufen wird. Das hat den Weg dorthin zwar nicht uninteressant gemacht, hat aber natürlich den Überraschungseffekt gemindert. Doch auch dafür hatte C.E. Bernard etwas parat – ein paar Ereignisse zum Ende, die mich einfach schockiert und sprachlos zurückgelassen haben. Definitiv stimmig für die Geschichte, aber nicht unbedingt leicht zu verdauen.

Obwohl Die Schneekönigin von C.E. Bernard meine Erwartungen definitiv erfüllt hat, war die Story doch ganz anders, als ich es gedacht hätte. Düster und schonungslos beginnt hier ein Kampf, der weit über das bekannte Märchen hinausgeht und einen eventuell auch ein wenig verletzt zurücklässt.

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