Rezension | Gladiator’s Love von Asuka Lionera

Rezension | Gladiator’s Love von Asuka Lionera

Titel: Gladiator’s Love. Vom Feuer gezeichnet | Autor*in: Asuka Lionera | Verlag: Carlsen | Erscheinungsdatum: 28.04.2022 | Seitenzahl: 448 | Altersempfehlung: ab 16

Zwischen uns brennt ein Feuer
Tag für Tag muss Aeryn als Gladiatorin in der Arena kämpfen und die Gunst der Zuschauer gewinnen. Denn nur so kann sie als versklavte Vantyr, deren Feuermagie versiegelt wurde, in der Fremde überleben. Was ihr bleibt, ist ihr lodernder Stolz und ihr unbändiger Wunsch nach Freiheit. Um nie wieder einen blutigen Kampf bestreiten zu müssen, fasst Aeryn schließlich einen schier unmöglichen Plan, bereit, sogar ihr eigenes Leben zu opfern. Aber ausgerechnet Cato, der Leibwächter eines Arenabetreibers des Landes, bringt ihr zielstrebiges Herz ins Stolpern.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Nachdem ich als Jugendliche mir Russell Crowe so in etwa 30mal als Gladiator reingezogen habe, war ich doch super neugierig auf dieses Werk und das Setting dazu.

Mit Rollenbildern aufgeräumt

Der Klappentext ließ es zwar schon erahnen, doch gerade die Umsetzung ist der Autorin auch sehr gelungen – hier wird mit klischeehaften Rollenbildern aufgeräumt und einmal mehr gezeigt wie unnötig und überholt diese sind. Aeryn kämpft als Gladiatorin und hat ein Selbstbewusstsein, dass ihr Publikum jedes Mal wieder in Staunen ersetzt, Cato, der junge Leibwächter hingegen ist eher der ruhigere Typ, der die stolze Kämpferin schon eine Weile anschmachtet. Und wisst ihr was? Ganz überraschend nimmt es weder ihr ihre Weiblichkeit noch ihm seine Männlichkeit.

So bietet nicht nur die Charaktergestaltung Abwechslung und gute Unterhaltung, sondern auch die Einführung in die Story und ins Setting hat sich echt interessant gestaltet. Mitten im alten Rom unter der prallen Sonne erlebt man brutale Gladiatorenkämpfe, die Asuka Lionera wirklich gekonnt schildert und ihre Leser*innen mitreißt. Hinter Aeryn verbirgt sich noch weitaus mehr als ihre Kampfgunst, denn sie ist eine Vantyr, die eigentlich Magie besitzt, diese wurden durch ein Sklavenmal nur unterdrückt. Ihr merkt, da startet die Geschichte echt vielversprechend und nach den ersten Seiten hatte ich richtig Lust!

Spannungsabfall & Fokuswechsel

Doch so sehr mir der Start und die Spannung zu Beginn auch gefallen haben, ändert sich das alles etwa nach dem ersten Drittel. Aeryn ist mittlerweile so weit, alles zu opfern, um ihre Freiheit zurückzuerlangen – ihr könnt euch schon denken, dass das aber wesentlich schwieriger ist als gedacht und so findet sie sich in einer ganz neuen Situation wieder, nun auch dem jungen Cato noch viel näher.
Und schon endet das bekannte Setting und der Fokus liegt komplett auf der Lovestory, bzw. dem Kennenlernen der beiden jungen Menschen. Ich weiß, dass ich nicht der romantischste Typ bin und viele andere Leser*innen genau das lieben werde – und das ist auch gut so! – aber für mich ging dadurch der anfängliche Reiz verloren.

Die beiden brauchen viel Zeit, um sich näher zu kommen, was auch durchaus berechtigt und gut erklärt ist. Es war nur eben nicht DER Aspekt für mich, der die Story ausmacht und sie vorantreibt. Denn das ursprüngliche Setting mit den Gladiatorenkämpfen und dem gesellschaftlichen Denken dazu fand ich ziemlich interessant (geht natürlich nicht ganz verloren) und auch die magischen Fähigkeiten der Vantyr hätten mich noch mehr interessiert. So bricht die Geschichte aber auf die Lovestory runter und beschäftigt sich lange Zeit mit nichts anderem. Zum Ende hin kommt wieder Tempo auf, das Ende war fand ich auch ein bisschen glatt, aber nicht unbedingt schlecht. Im Gesamtpaket hatte ich gar keine großen Erwartungen, bzw. feste Vorstellungen, doch nach dem Start hatte ich mich auf einen andren Verlauf eingestellt und so hat die Umsetzung nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Härter formuliert: ich fand sie ab dem zweiten Drittel langweilig. Aber gewiss nicht schlecht, es hat schon einen Grund, wieso Asuka Lionera sich bereits einen Namen gemacht hat und so bin ich mir sicher, dass Gladiator’s Love noch einige Leser*innen begeistern wird – ein paar tolle Leseeindrücke habe ich euch unten auch verlinkt.

Nach einem ziemlich interessanten und vielversprechendem Start konnte mich Gladiator’s Love von Asuka Lionera auf jeden Fall locken. Die Entwicklung hat sich mir dann leider zu sehr auf die Lovestory fokussiert, was mir zu langweilig wurde. Doch den Ansatz klischeehafte Rollenbilder zu durchbrechen und das Setting an sich machen schon was her – definitiv ein Tipp für Romantasy Liebhaber*innen.

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