Rezension | Year Zero 1

Rezension | Year Zero 1

Titel: Year Zero 1 | Autor*in: Benjamin Percy | Übersetzer*in: Frank Neubauer | Illustrator*in: Ramon Rosanas | Verlag: Cross Cult | Erscheinungsdatum: 30.04.2021 | Seitenzahl: 144

Sitte, Moral und Glaube in Zeiten der Apokalypse

Ein japanischer Auftragskiller, ein mexikanisches Straßenkind, eine afghanische Militärhelferin, eine Polarforscherin und ein amerikanischer Prepper – fünf Überlebende einer schrecklichen globalen Epidemie, die sich auf ihre besonderen Fähigkeiten und Instinkte verlassen müssen, um sich einen Weg durch eine Welt voll wandelnder Toter zu bahnen. In einem dichten Geflecht der Erzählung wirft YEAR ZERO einen allumfassenden Blick auf die verschiedensten Länder dieser Welt in einer Zombieapokalypse. Der Comic ringt mit dem Konzept von Sitte, Moral und Glauben, während die fieberhafte Suche nach Ursprung und Heilung der Pandemie beginnt.

Das Team Ben Percy (WOLVERINE) und Ramon Rosanas (STAR WARS: AGE OF RESISTANCE) erschufen mit YEAR ZERO eine atemberaubende Story, in der sich Horror, Action sowie menschliches Drama gekonnt die Waage halten.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ich bin ein unglaublich großer Fan von Zombie-Geschichten und so habe ich mich gerade auf diesen Titel ganz besonders gefreut.

5 Schicksale

Ein bisschen ungewohnt, zumindest für mich, war hier der Tiefgang der Charaktere, auf den gleich zu Beginn ein großer Fokus liegt. So switcht man die ganze Geschichte über immer in den 5 Perspektiven zwischen der Polarforscherin Sara Lemons, die alles unfreiwillig in Gang setzt, dem jungen Daniel Martinez, der in Mexico City versucht am Leben zu bleiben, Saga Watanabe, einem Auftragskiller aus Tokio, Fatemah Ahah, die in Kabul einen feministischen Kampf führt und versucht Frauen zu retten und B.J. Hool, der früher als Prepper abgestempelt wurde und auf einmal der ist, der die Lage mit am besten im Griff zu haben scheint.

Kaum hat eine Szene begonnen, wird einem diese auch schon wieder entrissen, dafür bekommt man aber auch das Gefühl, zeitgleich bei allen mit dabei sein zu können. Die verschiedenen Perspektiven sind auch farblich unterschieden, dabei wahnsinnig gut in Szene gesetzt und so sehr gut zu unterscheiden. Außerdem sorgt es auch dafür, dass man einen besseren Einblick bekommt und als Leser:in bereits weiß, dass sich die Situation bereits auf der gesamten Welt so verteilt hat. Wer gerade vom Cover angelockt war, der wird schnell herausfinden, dass sich dieser Stil nicht innerhalb des Comics so fortsetzt, was auf der einen Seite für mich zwar schade war, doch die Zeichnungen von Ramon Rosanas lassen sich auf jeden Fall sehen.

Zeichnungen @Ramon Rosanas | Cross Cult

Der Anfang vom Ende

Ich war ein wenig überrascht, dass sich der eigentliche Zombie-Anteil doch eher in Grenzen gehalten hat, doch genau das hat dazu verholfen, dass die Geschichte ein wenig mehr Tiefgang bekommt und man als Leser:in einen besseren Einblick. Die Einspieler, die es gibt, haben es dafür ordentlich in sich und gehen auch ziemlich actionreich an einem vorbei, wobei zwar das Genre-Fähnchen klar aufrecht gehalten wird, doch die Geschichte einen ziemlich geringen, ich würde sogar behaupten, gar keinen Trash Anteil hat, was gerade bei diesen Storys ja nicht selbstverständlich ist.
Benjamin Percy serviert mit seinem Auftakt zu Year Zero zwar nicht das neu erfundene Rad, doch er kann sich auf jeden Fall sehen lassen und ist in gewisser Weise schon eine kleine Besonderheit in seinem Kreis.

Für mich kann es schon ein bisschen mehr Knall auf Fall gehen, doch dass vor allem am Anfang ein bisschen weiter aufgeholt werden muss und dadurch stellenweise auch mehr vermeintliche Ruhe herrscht, ist auch für mich absolut nachvollziehbar.
Umso gespannter bin ich darauf, wie sich hier noch alles entwickeln wird, wobei ich mir sicher bin, dass der zweite Band so richtig auf den Tisch hauen wird.

Zeichnungen @Ramon Rosanas | Cross Cult

Year Zero hat sich als Auftakt ein wenig anders gestaltet, als ich vermutet hätte, was aber gar nicht negativ ist. Dafür hat die Geschichte mich mit einer überraschend tiefen Charaktergestaltung überrascht und lässt bereits jetzt schon erahnen, was für ein Potenzial in ihr steckt. Das Zombie-Genre wurde hier vielleicht nicht neu erfunden, beweist sich aber definitiv durch seine Besonderheiten und ist in jedem Fall einen Blick wert!

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