Rezension

Rezension: Artemis / Andy Weir

Artemis

Titel: Artemis | Originaltitel: Artemis | Autor: Andy Weir | Übersetzer: Jürgen Langowski | Verlag: Heyne | Erscheinungsdatum: 5.03.2018 | Seitenzahl: 432

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer. Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.

Der Marsianer war ja schon in aller Munde, wobei ich gestehen muss, dass dieses Werk noch ungelesen in meinem Regal steht. Als ich dann von Artemis gehört habe, war ich Feuer und Flamme. Die ersten Stimmen waren zwar nicht unbedingt enttäuscht, fanden das erste Werk des Autors aber noch wesentlich stärker, weshalb ich gerne hiermit starten wollte.
Vielen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ich kann gar nicht genau beschrieben, was ich erwartet habe. Schon seit längerem habe ich richtig Lust auf Bücher in diesem Genre, das unter anderem ja für viele neue Technologien, Gesellschaftsformen und Welten bekannt ist. Es ist zwar nicht so, dass Artemis nichts davon bietet, doch war es wesentlich einfacher gestrickt als ich gedacht hätte.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was zusätzlich noch dafür gesorgt hat, dass ich schnell in der Geschichte drin war.

Jazz ist wirklich ein cooler Charakter, auf den ich mich schon sehr gefreut habe, eine kleine Antiheldin. Verstoßen von Zuhause und aus ihrem Bekanntenkreis, übernimmt sie Tätigkeiten, die wohl kaum weniger ihren Kompetenzen gerecht werden könnten. Ganz so facettenreich wurde sie dann leider doch nicht aufgebaut. Ebenso hat mich das Verhalten doch an einen wesentlich jüngeren Menschen erinnert, der sich gerade in einer Trotz-/Rebellenphase befindet.
Dennoch konnte sie für gute Unterhaltung sorgen und hat mit ihren Macken und Kanten Abwechslung in die Geschichte gebracht.
Was allerdings wirklich schön war, dass unter den verschiedenen Charakteren Herkunft, Religion & Co. absolut gar keine Rolle spielt, was man ja auch nicht allzu oft erlebt.

Das Konstrukt rund um Artemis ist durchaus interessant, aber auch sehr begrenzt. So kann man sich hier eine kleine Stadt oder auch Siedlung auf dem Mond vorstellen, die aber sehr überschaubar gehalten ist. Die Gesellschaftsformen sind nicht groß verändert, dominierend ist hier zwar ein reicher Anteil der Bewohner, doch natürlich bleibt eine sogenannte Unterschicht nicht aus, denn irgendwer muss ja auch die unliebsamen Aufgaben erledigen. Auch, wenn es kein extrem detailreiches Wissen war, so fand ich die kleinen eingebauten Aspekte doch sehr interessant – wie es zum Beispiel ist, in einer anderen Atmosphäre zu leben, was für Auswirkungen die Schwerkraft auf den menschlichen Körper hat usw..

Bei der Story an sich, handhabt es sich für mich ein wenig wie bei den Charakteren und dem Aufbau von Artemis selbst: es war durchaus interessant, für mich persönlich aber nicht unglaublich fesselnd, geschweige denn faszinierend. Die Geschichte hat sich unglaublich schnell weggelesen, ich wurde gut unterhalten und musste nicht allzu viel Konzentration aufbringen, um dem Verlauf der Geschichte folgen zu können.

Artemis war mein erstes Werk von Andy Weir – und auch, wenn es nicht mein letztes sein wird, so war es auch nicht unbedingt ein Highlight. Eine unterhaltsame nette Geschichte für zwischendurch, die wohl aber nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich persönlich hatte mir einfach noch mehr darunter vorgestellt, eine ausgetüfteltere Welt, facettenreichere Charaktere und vor allem mehr Spannung.
Dennoch empfehlenswert wird Zwischendurch und sicherlich auch als Einstieg in das Science Fiction Genre.

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6 Comments

  1. Hi Jill,
    freut mich, dass dich das Artemis gut unterhalten konnte. Seit ich den Marsianer an einem Tag verschlungen habe bin ich Feuer & Flamme für Andy Weir und auch Artemis fand ich richtig klasse. Auf der technologischen Ebene war es natürlich nicht so tiefgehend wie der Vorgänger, dafür wurde aber in Artemis mehr auf die Charaktere eingegangen, fand ich.
    Wirst du den Marsianer nun auch bald lesen?
    Danke fürs Verlinken!
    Liebe Grüße,
    Elli

    1. Liebe Elli,

      unter anderem deine Begeisterung zum Autor hat mich auch wirklich neugierig gemacht!
      Und auch, wenn Artemis jetzt kein absolutes Highlight für mich war, so bin ich dennoch sehr gespannt auf weitere Werke und freue mcih schon sehr (hoffentlich bald) denMarsianer zu lesen 😉

      Liebste Grüße <3 Jill

  2. Liebe Jill,

    Schöne ehrliche Rezension. Ich hatte es ja in einer FairyLoot Box erhalten (im November glaube ich) und es ist noch auf dem SuB. Ich werde es sicherlich mal anfangen, einfach weil ich eben dem Genre gespannt bin, aber ob ich es mir gekauft hätte weiß ich nicht genau, mal sehen, ich lasse mich einfach überraschen 😉

    Lg, Ümi ❤️

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