Rezension | Daisy Jones and The Six von Taylor Jenkins Reid

Rezension | Daisy Jones and The Six von Taylor Jenkins Reid

Titel: Daisy Jones and The Six | Autor: Taylor Jenkins Reid | Übersetzer: Conny Lösch | Verlag: Ullstein Buchverlage | Erscheinungsdatum: 02.06.2020 | Seitenzahl: 368

Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Für mich mal eher etwas außerhalb meiner Komfortzone, doch nachdem ich von so vielen begeisterten Lesern gehört habe, musste ich mir einfach selbst ein Bild davon machen.

Fiktiv und doch realistisch

Auch, wenn es sich hier mehr oder weniger um eine Biographie handelt, so sind die Charaktere doch fiktiv. Hört sich ungewöhnlich an? So liest es sich aber auf keinen Fall. Ich selbst bin in diesem Genre und auch in den 70er Jahren nicht wirklich Zuhause, dennoch habe auch ich schon genug mitgenommen um zu wissen, dass hier dennoch das Leben so einiger Persönlichkeiten ihren wahren Kern drin findet. Taylor Jenkins Reid hat vielleicht einen fiktiven Cast geschaffen, doch die Geschichte von Daisy Jones & The Six wirkt so real und greifbar, das man beim Lesen keinen Moment an dem reellen Bezug zweifeln würde.

Für die Arbeit an diesem Buch hat sich die Autorin mit der Band Fleetwood Mac auseinandergesetzt und ihre Recherchen machen sich definitiv bezahlt. Ich bin wirklich froh, mich an diesem kleinen Genre-Ausreißer probiert zu haben, denn kaum habe ich mit der Geschichte begonnen, konnte ich mich auch nicht mehr lösen. Es ist ein erstaunlicher Sog, den die Charaktere auf den Leser ausüben und das Gefühl geben, mitten im Geschehen dabei zu sein.

Interviewform

Zuerst dachte ich, dass ich mit dem Stil vielleicht, zumindest anfänglich, meine Schwierigkeiten haben würde. Die Autorin hat sich für eine Interviewform entschieden, die es ermöglicht jeden Mitspieler dieser fiktiven Geschichte eine Stimme zu geben. An sich überhaupt nicht verkehrt und gerade für ein biographisches Werk auch nicht ungewöhnlich, nur eben meistens nicht so flüssig lesbar, wie ein fließender Text. Hier hatte ich allerdings überhaupt keine Probleme reinzukommen, konnte mir schnell Bilder der Charaktere machen und hatte auch keine Probleme, diese auseinanderzuhalten. Jeder für sich hatte seine Besonderheiten und hat dafür gesorgt, die Geschichte abzurunden.

Leider auch typisch für die Zeit ist nicht nur der Alkohol, sondern eben auch der Drogenkonsum und vor allem sein Ausmaß. Natürlich ist das immer wieder ein schwieriges Thema, dadurch aber noch lange keins, das man verschweigen sollte. Taylor Jenkins Reid hat durch ihre Vorarbeit auch einen großen Fokus genau darauf gelegt, weil es eben viele Lebensstile bestimmt hat. Es ist ergreifend und erschreckend wie viel Einfluss so etwas auf die Menschen nimmt und es ist keineswegs überholt oder unrealistisch, nur weil die Charaktere fiktiv sind. Genau diese Ehrlichkeit hat dafür gesorgt, dass mir die Charaktere so ans Herz gewachsen sind und vor allem Daisy selbst mein Herz hat bluten lassen.

Taylor Jenkins Reid hat hier eine grandiose Arbeit geleistet, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Egal, ob man in diesem Genre bewandert ist, oder sich einfach mal ausprobieren möchte – dieses Buch würde ich wirklich jedem empfehlen. Mir hat die Story mehr gegeben, als ich überhaupt für möglich gehalten hätte!

Daisy Jones and The Six war für mich mal wieder eine komplett andere Lektüre und Taylor Jenkins Reid hat bewiesen, dass sich dieser Versuch mehr als nur gelohnt hat. Eine außergewöhnliche und einnehmende Geschichte von ganz besonderen Persönlichkeiten – eindringlich und mit so viel Herz geschrieben, dass einem diese Geschichte auf jeden Fall im Kopf bleibt und bewegt!

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