Rezension

Rezension: Die Prophezeiung der Hawkweed / Irena Brignull

„Ich glaube, das liegt an dir“, dachte Ember laut nach.
Poppy blinzelte und erstarrte innerlich.
„Du bringst mir Glück.“
Ganz langsam kehrte das Lächeln auf Poppys Gesicht zurück.
„Das hat noch nie jemand zu mir gesagt.“

Verlag: FISCHER Sauerländer
Erscheinungsdatum: 16.03.2017
Seitenzahl: 400
Altersempfehlung: ab 12

Zwei Mädchen. Zwei Welten. Eine Prophezeiung
Ember und Poppy kommen in derselben finsteren Gewitternacht in weit voneinander entfernten Teilen des Landes zur Welt. Durch einen mächtigen Fluch werden sie noch in der Sekunde ihrer Geburt vertauscht. So wächst das Mädchen Ember in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy, die Hexe, in einer Kleinstadt in England.
Doch Poppy fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren: Wenn sie wütend wird, zerspringen in ihrer Nähe Fensterscheiben oder Dinge fliegen durch den Raum. Ihre Mitschüler halten sie für einen Freak, und Poppys einzige Freunde sind die Katzen. Nur draußen vor der Stadt fühlt sie sich wirklich frei.
Ember hingegen hat keine Ahnung, wie man die Kräfte der Natur heraufbeschwört oder einen Zauber ausspricht, und für das Leben im Wald bei den Frauen des Hexen-Clans ist sie zu zart und verletzlich.

Immer und überall spüren die beiden, dass sie anders sind und nicht dazugehören. Doch von der uralten Prophezeiung, die ihr Schicksal bestimmt, ahnen sie nichts. Erst als sie sich eines Tages gegenüberstehen, wissen sie, dass es einen Ort geben muss, an dem sie glücklich sind. Und dass es höchste Zeit ist, für dieses Glück zu kämpfen. Denn in irgendeiner Stadt im Süden ist Embers leibliche Mum gerade dabei, den Verstand zu verlieren. Und in den Wäldern im Norden formieren sich die Hexenclans für die letzte Schlacht um den Thron.

Das Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen, vielen lieben Dank dafür, auch an den Verlag!
Ich hatte es bereits in der Verlagsvorschau gesehen und war neugierig geworden.
Doch es war ganz anders als erwartet…

Der Schreibstil ist unglaublich! Ich weiß gar nicht, wie ich ihn am besten beschreiben soll…es liest sich wie eine gruselige Lagerfeuergeschichte, sehr melancholisch. Oder als wenn eine Großmutter eine geheimnisvolle Geschichte erzählen würde. So wirkt das ganze absolut atmosphärisch!
Auch wenn es mir dadurch nicht so leicht gefallen ist, in einen schnellen Lesefluss zu kommen, war es doch dadurch umso authentischer!
Schon allein die Einleitung fand ich einfach passend.

Auch wenn hier hauptsächlich aus zwei Perspektiven, Poppy und Ember, erzählt wurde, hatte ich doch das Gefühl, mehr an Poppys Leben teilzunehmen.
Beide finden sich, wie der Klappentext schon verrät, ÜBERHAUPT NICHT in ihrer Welt zurecht, kein kleines bisschen. Keine Anschlüsse, keine Freunde, einfach kein glückliches Leben.
Einerseits fragt man sich, warum die beiden sich nicht ihrem Leben fügen, andererseits ist einem wohl selbst nur zu bewusst, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, dass das auf Dauer einfach nicht geht. Doch so ecken beide ständig bei jeder Gelegenheit an und wünschen sich einfach nur fern ab von ihrem jetzigen Leben.

„Fürchtest du dich vor denen? Dem Clan des Ostens?“
„Ich fürchte mich vor jedem Menschen, der Hass im Herzen trägt.“
„Das sind aber furchtbar viele.“
„Ganz recht.“

Allerdings dauert es sehr lange, bis die Geschichte so richtig in Fahrt kommt, was durch den Schreibstil zwar ein wenig überdeckt wird, jedoch nicht zu übersehen ist, zumindest für mich.
Beide gehen ihren eigenen Weg und es dauert Recht lang, bis sich diese kreuzen.
Das ist etwas, was mich in Geschichten sehr stört. Es gibt einen Unterschied, zwischen detailreichen Beschreibungen, die einen die Charaktere näher bringen, und Längen, die man besser hätte füllen können.
Gerade auch der ganze Stil der Geschichte wäre passender für eine kürzere Version gewesen.

Die Idee an sich fand ich super, auch wenn sie nicht unbeingt neu war. Die Umsetzung ist der Autorin eigentlich auch gut gelungen, nur hätte sie, wie schon gesagt, zum einen kürzer ausfallen können und zum anderen weniger Fragen aufwerfen und mehr beantworten sollen.
Die ganze Zeit über habe ich immer darauf gehofft, dass sich jetzt mehr aufklärt, stattdessen hatte ich noch mehr Fragezeichen im Kopf.
Auch wenn sich zum Schluss hin einiges geklärt hat, hat mich das Buch doch ein wenig aufgewühlt und unzufrieden zurück gelassen.

Die Altersempfehlung finde ich hier sehr interessant. Auch wenn ich mich genau darauf eingestellt habe, gab es doch viele Szenen und auch die Stimmung im allgemeinen, die mich doch dazu verleiten würden, diese ein wenig anzuheben. Aber vielleicht verliert man auch nur schnelle das Gefühl, für diese Einschätzung, sobald man diese Altersklasse überschritten hat.

Ich freue mich wahnsinnig doll, dieses Buch gelesen haben zu können und auch es im Regal stehen zu haben – ich weiß, es kommt auf den Inhalt an, doch das Cover ist wirklich unglaublich hübsch!
Auch wenn mich die Geschichte im Nachinein nicht ganz überzeugen konnte, war sie doch auf jeden Fall etwas Besonderes. Wer auf der Suche nach genau solchen Büchern ist, mit zerrissenen Gefühlen, mysteriösen Handlungen, einer besonderen Selbstfindung und kein Wert auf ein Happy End legt, der wird hiermit sicherlich seine Freude haben!

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5 Comments

    1. Das freut mich!
      Es war ja auch wirklich kein „schlechtes“ Buch!
      Die Stimmung war wirklich bombastisch, nur beim Rest hat mir noch ein bisschen gefehlt…Aber das ist ja auch Geschmackssache 😉

      Drück dich❤

  1. Hi Jill,
    schade, dass dich das Buch nicht komplett überzeugen konnte.
    Für mich ist es glaube ich eher nichts, auch wenn das Cover wirklich sehr schön ist.
    Gibt es denn noch einen zweiten Teil, wenn der erste nicht richtig aufgelöst wurde?
    Grüße,
    Elli

    1. Hey Elli,

      Ich glaube auch, dass das Buch wirklich sehr eigen ist und nicht jeder etwas damit anfangen kann. Wie schon gesagt, war ich zwar absolut gefesselt von der Atmosphäre, aber der Rest konnte mich auch nicht ganz überzeugen
      Ist aber ein Einzelband!

      Liebste Grüße ❤ Jill

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