Rezension | Into dark waters von Astrid Scholte

Rezension | Into dark waters von Astrid Scholte

Titel: Into dark waters | Originaltitel: Vanishing Deep | Autor*in: Astrid Scholte | Übersetzer*in: Diana Bürgel | Verlag: Piper | Erscheinungsdatum: 29.07.2021 | Seitenzahl: 464

Der weite Ozean birgt dunkle Geheimnisse …

Tempest lebt in einer Welt, die fast nur aus Wasser besteht. 500 Jahre zuvor hat die Große Flut die Erde beinahe vollständig zerstört, doch die Ruinen der versunkenen Städte bergen nach wie vor wertvolle Schätze. Als Taucherin riskiert Tempest täglich alles, um ihre tote Schwester Elysea ins Leben zurückzuholen. Für einen hohen Preis ist dies auf der Forschungsinsel Palindromena für 24 Stunden möglich. Und nur Elysea kennt die Wahrheit über den mysteriösen Tod ihrer Eltern. Doch Tempest hat keine Ahnung, in welche Abgründe sie blicken wird …

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bereits das letzte Buch der Autorin (Four Dead Queens) hatte mich total interessiert, leider bin ich aber nicht zum Lesen gekommen. Bei Into dark waters wollte ich mir die Chance nun auf keinen Fall entgehen lassen!

Neues Setting & unbekannte Welt

Den Anfang jeder Story lese ich immer ein wenig langsamer und intensiver, um erst einmal die Welt und die Charaktere kennenzulernen – so auch hier. Die Welt wie wir sie kannten existiert so nicht mehr, denn das Wasser hat sich viele Landflächen zurückgeholt. Am Anfang ist es mir ziemlich schwer gefallen, mir das Worldbuilding wirklich vorstellen zu können. Was liegt unter Wasser? Wo leben die Menschen über Wasser? Und genau dadurch hatte ich auch ein wenig Angst, nicht richtig in die Geschichte reinkommen zu können, doch das war unbegründet, denn nach und nach fügt sich hier einiges zusammen und auch die Leser*innen erhalten einen ungefähren Eindruck, wie die Welt nun aussieht.

Tempest ist ziemlich am Ende ihrer Kräfte, nachdem sie schon früh ihre Eltern verloren hat, steht mehr das Überleben, als das Leben selbst an der Tagesordnung. Doch als sie dann auch noch ihre Schwester verloren hat, scheint ihr nichts mehr allzu wichtig zu sein. Palindroma, die Forschungsinsel, bietet die Möglichkeit Verstorbene für 24 Stunden wieder ins Leben zu holen, doch natürlich nur für einen hohen Preis. Anfänglich stand das für Tempest gar nicht zur Debatte, doch nachdem sie erfährt, dass ihre Schwester ein großes Geheimnis hatte, sieht sie nur noch ein Ziel – genug Geld beschaffen und erfahren, was ihre Schwester ihr verschwiegen hat.

Da wären wir auch schon bei dem nächsten unglaublich interessanten Punkt. Schon allein das Setting an sich hat einiges zu bieten, denn auch, wenn es dystopisch ist, ist es leider nicht unrealistisch, sondern eher eine Folge des Klimawandels. Was mich aber besonders gereizt hat, war die Debatte um die Frage, ob man Menschen zurück ins Leben holen sollte. Was spricht dafür und was dagegen? Wie ist das überhaupt möglich und für welchen Preis? Kann man Menschen dann nicht auch für immer zurückholen?
So viele Fragen, doch glücklicherweise hat die Autorin auch so einige Antworten parat.

…und dann überschlugen sich die Ereignisse

Astrid Scholte versteht auf jeden Fall was von ihrem Job und bringt gleich noch viele weitere Faktoren rein, die mich echt begeistern konnte. Wir kennen sie – die großen langen Reisen, die die Protagonisten auf sich nehmen müssen und denen wir volle Spannung folgen. Ich mag das auch, versteht mich nicht falsch. Doch in Into dark waters geht es um einen Weltlauf gegen die Zeit und somit spielt das ganze Buch in einem verhältnismäßig kurzem Zeitraum und deckt bis auf ein Kapitel davor und eins danach eigentlich nur 24 Stunden. Denn es sind diese 24 Stunden, in denen ein Mensch zurück geholt werden kann, 24 Stunden in denen Tempest all den Geheimnissen auf den Grund gehen kann – und die sind bei weitem größer als sie dachte und betreffen nicht nur sie allein.

Ich glaube es ist eine Herausforderung für sich, in so einem kurzem Zeitraum Leser*innen die Charaktere nah zu bringen und die Handlungen und Gefühle füreinander authentisch wirken zu lassen. Und für meinen Geschmack, ist der Autorin das hier gelungen. Außerdem ist Tempest unglaublich kantig, sie handelt oft sehr grob und nimmt weniger Rücksicht, was auf der einen Seite schon echt hart wirken kann, auf der anderen konnte ich es aber nachvollziehen. Ihr Gegenstück hier und der Träger der anderen Kapitel ist Lor, der ziemlich ungewollt in diese Situation rutscht, aber dann doch wesentlich involvierter ist, als man gedacht hätte.
Lediglich das Ende war mir ein wenig zu drüber, da wollte die Autorin dann einfach zu viel und es läuft alles ein wenig durcheinander – aber auch das ist natürlich Geschmackssacke.
Da die Zeit rennt, steigt auch die Spannung immer weiter und irgendwann wollte ich das Buch auch gar nicht mehr zur Seite legen, allerdings muss ich auch sagen – was keinesfalls negativ ist – dass diese Geschichte stellenweise auch unglaublich unangenehm und traurig ist, ja fast ein wenig hoffnungslos. In meinen Augen aber eine tolle Abwechslung und klare Leseempfehlung. Nun muss ich mir das andere Buch der Autorin auf jeden Fall auch noch besorgen!

Am Anfang habe ich ein wenig gebraucht, um in die Story Into dark waters von Astrid Scholte zu kommen, weil auch alles so neu war – doch dann hat mich die Geschichte gepackt und nicht mehr losgelassen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit, etwas andere Charaktere und jede Menge Spannung!

KAUFEN!

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