Rezension | Long way down von Jason Reynolds

Rezension | Long way down von Jason Reynolds

Titel: Long way down | Originaltitel: Long way down | Autor: Jason Reynolds | Übersetzer: Petra Bös | Verlag: dtv | Erscheinungsdatum: 23.08.2019 | Seitenzahl: 320 | Altersempfehlung: ab 14

»Ein Meisterwerk! « Angie Thomas, Autorin von ›The Hate U Give‹

Will ist entschlossen, den Mörder seines Bruders zu erschießen. Er steigt in den Fahrstuhl, die Waffe im Hosenbund. Er ahnt noch nicht, dass die Fahrt ins Erdgeschoss sein Leben verändern wird. Er denkt an Menschen aus seiner Vergangenheit, und was er mit ihnen erlebt hat. Es sind Erinnerungen und Geschichten voller Gewalt, Hass, Ohnmacht und Rache. All diese Menschen sind tot. Und Will muss sich fragen, was das für sein Leben bedeutet. Als er im Erdgeschoss ankommt, ist er sich nicht mehr sicher, ob er seinen Bruder tatsächlich rächen wird, weil es »die Regeln« so wollen. Oder kann er den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen?

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Jason Reynolds gehört für mich zu den Autoren, von dem ich blind zu jedem Buch greifen würde. Doch bei diesem Werk war auch ich besonders gespannt…

Versform in der Übersetzung

Machen wir uns nichts vor, die Aufgabe des Übersetzers ist weit unterschätzt und das, obwohl diese Arbeit so viel entscheiden kann. Bei Long way down ist es aber gar nicht so einfach den Text zu übersetzen, sinngemäß und flüssig, denn der Text ist komplett in Versform gehalten. ich muss zugeben, dass ich am Anfang teils ins Stocken gekommen bin, allerdings kann das auch gut sein, dass genau das hier stilistisch so gewollt ist. Denn es ist kein Text, der sich einfach schön zwischendurch lesen soll. Es ist eine Geschichte mit Ecken und Kanten, eine Geschichte, die immer lauter wird.

Allerdings dauert es auch nicht lang und man hat seinen eigenen Rhythmus gefunden und steckt mitten im Geschehen. Eine Zeitspanne, die sich eigentlich nur um eine Fahrstuhlfahrt von sieben Stockwerken dreht und mehr zu sagen hat, als ein ganzes Leben.

Wirkung

Es fällt mir unglaublich schwer mehr über das Buch zu erzählen, ohne etwas vorwegzunehmen. Es ist einfach eine Geschichte, die man selbst gelesen haben muss, auf die man sich einlassen muss. Denn genau das hat bei mir für diese unglaublich intensive Wirkung gesorgt, dass ich gar nicht so recht wusste, worauf ich mich hier genau einlasse.

Jason Reynolds hat hier ein Thema aufgegriffen, dass schmerzlich und absolut schockierend ist. Eine Realität, vor der die meisten Menschen die Augen verschließen oder sie einfach nicht hinterfragen wollen. Oder auch nicht können. Ein Zustand, aus dem kein Ausweg zu geben scheint und der so unglaublich viele Leben bestimmt.

Long way down geht unter die Haut – jede Seite ein Stückchen mehr. Und wenn man das letzte Wort gelesen hat, bekommt man das Gefühl endlich einen Einblick in etwas bekommen zu haben, was einem bis dahin verborgen geblieben ist, vor dem man die Augen verschlossen hat. Es gibt immer mehr Autoren, die einen Schritt in diese Richtung machen und sich eine Stimme erkämpfen. Und jede ist individuell und sorgt dafür, dass mehr Menschen hinschauen und zuhören.

Jason Reynolds gehört für mich bereits zu den Autoren, bei denen kein Buch ein Fehlgriff sein kann. Doch mit Long way down hat es der Autor geschafft nochmal einen draufzusetzen und mich vollkommen aus der Bahn zu werfen. Ein Werk, das sein ganz eigenes Tempo und seinen eigenen Stil vorgibt und einen nach der letzten Seite sprachlos zurück lässt.

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