Rezension | Maschinenmacht 1 – Cyan Zane Veil von E. V. Ring

Rezension | Maschinenmacht 1 – Cyan Zane Veil von E. V. Ring

Titel: Maschinenmacht 1 – Cyan Zane Veil | Autor*in: E. V. Ring | Illustrator*in: Gregor Pfingstl | Verlag: Tredition | Erscheinungsdatum: 25.11.2022 | Seitenzahl: 460

„Sollte ich dich eines Tages wiedersehen, Cyan Zane Veil, bist du entweder tot … oder wünschst dir, es zu sein.“
Vor sechzehn Jahren gelang Zane die Flucht vor dem Mann mit der Aschestimme. Kein Tag vergeht, an dem der Wiener Musiker nicht an die monatelange Tortur in den Testzonen denkt – und an Jen, die er dort zurücklassen musste.
Als sich unerwartet der Weg zur Rückkehr bietet, ist er zu jeder Konfrontation bereit. Doch Zanes alter Feind wurde durch eine Macht ersetzt, der kein Mensch etwas anhaben kann …

Der Auftakt einer Science-Fiction-Reihe, deren Welt sich um einen Maschinenkern dreht. Und eine KI mit einer Mission.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Als mich Ivi Ring bezüglich „Maschinenmacht“ angeschrieben hat, habe ich mich unfassbar gefreut – zum einen schon allein über den unglaublich sympathischen Kontakt, vor allem aber weil die Story schon so spannend klang!

Ganz anders…einfach grandios!

Ich kann gar nicht so genau sagen, worauf ich mich denn eingestellt habe aber das Ergebnis hat mich einfach überrannt. 16 Jahre ist es nun her, dass Chris aka Zane der Testzone entkommen ist, auch wenn ihn diese Erfahrung keinesfalls loslässt. Nicht zuletzt, weil der Preis, den er dafür zahlen musste viel zu hoch war: seine Freundin Jen zurückzulassen.
Um einen besseren Gesamteindruck zu bekommen switcht man beim Lesen zwischen den Rückblenden und der Gegenwart – wir erfahren nie so viel, als dass auch nur annähernd alle Fragen geklärt werden könnten, doch genau so viel, dass es zum Verständnis ausreicht und die Spannung ordentlich ankurbelt.
Eine Welt in unserer Welt und wow…einfach wow. Auf der einen Seite ist das Worldbuilding so erstaunlich, aber auf der anderen Seite auch nicht so „Sci-Fi“ stark, dass Nicht-Genre-Liebhaber*innen sich nicht rantrauen könnten. Viel eher finden wir hier einen sehr gelungen Genremix, der definitiv zu überzeugen weiß.

Der junge Musiker versucht ein zurückgezogenes Leben zu führen und einen Weg zu finden, mit seinem Trauma umzugehen – Jens Stimme als stetige Begleitung. Als er dann doch über seinen Schatten springt und an einem Gig teilnimmt verliert er die Kontrolle über seine Schutzbarrieren, was für ihn furchtbar tragisch ist, uns Lesenden aber natürlich dadurch umso mehr Fahrt in der Story bietet.
Bedingt durch seine traumatischen Erfahrungen hat sich eine Synästhesie gebildet, die durch die Ausarbeitung von E. V. Ring das Buch so unfassbar bereichert – die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Beschreibungen gehen schon ins poetische und lassen einen auf ganz andere und intensivere Weise an der Geschichte teilhaben. Generell muss ich vor dem Schreibstil, der Recherche und auch der Message meinen Hut ziehen, denn das Buch hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und mir noch so manches beigebracht.

Diversität & Inklusion

E. V. Ring ist selbst nicht-binär und lässt auch hiervon etwas in ihre Story einfließen. Für mich waren die Pronomen vii/vis zb neu, auch wenn ich schon Geschichten mit Neopronomen gelesen habe. Die Einführung und Aufklärung fügt sich hervorragend in der Geschichte ein und stört keinesfalls den Lesefluss – zumindest nicht bei mir. Ich kann mir zwar vorstellen, dass manche zu Beginn vielleicht noch ein wenig stolpern, aber das hält nicht lange an!
So ist Diversität und Inklusion aber generell ein roter Faden, den ich voller Begeisterung entlang der Geschichte beobachten konnte und für solch eine Erfahrung immer wieder dankbar bin.
Was aber sicherlich auch mit daran liegt, wieviel Herz in die Charaktergestaltung gesteckt wurde – mit Ecken und Kanten und gerade dadurch mit so viel Authentizität.

Wirklich viel verraten über die Story habe ich euch jetzt immer noch nicht, aber viel mehr kommt da auch nicht mehr – das muss man einfach selbst gelesen haben. Aber so viel: ihr liebt Charaktere mit Ecken und Kanten? Nachvollziehbare Entscheidungen und Konsequenzen, weil alle ihre Fehler haben? Eine Geschichte voll Tragik und genauso viel Hoffnung? Dann seid ihr hier absolut richtig.
Dazu kommt noch die unfassbar liebevolle Gestaltung der Printausgabe mit den kleinen Illustrationen, sodass ich das Buch irgendwann wirklich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich bin unfassbar gespannt wie es weitergeht, denn es gibt noch unfassbar viel zu entdecken.
Eine große Herzensempfehlung meinerseits und ein Buch, das wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Eine wirklich große Überraschung und ein klares Highlight für mich! Auf der einen Seite ist das Worldbuilding so herausragend, aber dennoch keine starke Sci-Fi. Eher eine außergewöhnliche Genremischung mit Liebe zum Detail und der Charaktergestaltung mit Diversität und Inklusion und einem Gesamtergebnis, das mich einfach begeistert hat.

KAUFEN!

AUCH REZENSIERT VON: Zeilengeflüster

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