Rezension | Schattenthron von Beril Kehribar

Rezension | Schattenthron von Beril Kehribar

Titel: Schattenthron 1: Erbin der Dunkelheit | Autor*in: Beril Kehribar | Verlag: Carlsen | Erscheinungsdatum: 27.01.2022 | Seitenzahl: 352 | Altersempfehlung: ab 14

Band 1 : **Hüte dich vor den Geheimnissen des Kronprinzen …**
Kaaya hat keine Vergangenheit, keine Erinnerungen, keine Familie. Nichts außer Arian, der sie einst von den Straßen geholt und bei sich aufgenommen hat. Doch bevor sie ihrem besten Freund sagen kann, was sie wirklich für ihn empfindet, wird seine Seele von einem Schattenelfen gestohlen und er bleibt als Hülle zurück. Um ihn zu retten, reist die 18-Jährige ins Reich der Schatten, wo sie sich inmitten eines uralten Krieges wiederfindet. Das, was Kaaya dort über sich erfährt, bringt alles ins Wanken, an das sie bisher geglaubt hat. Sie muss erkennen, dass sie niemandem mehr vertrauen kann, nicht einmal sich selbst und ihren eigenen Gefühlen – gerade wenn es um den mysteriösen Kronprinzen Ilias geht, der seine ganz persönliche Mission verfolgt …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Die meisten der Romantasybücher aus dem Verlagsprogramm schaffen es leider nicht so meinen Geschmack zu treffen, dennoch bin ich immer mal wieder sehr neugierig, so auch bei dieser Autorin.

Im Schnelldurchlauf

Da mich, wie bereits erwähnt, die letzten Romantasytitel nicht ganz so aus dem Hocker hausen konnten, habe ich versucht meine Erwartungen nicht zu hoch zu stecken und mich einfach überraschen zu lassen. Und überrascht wurde ich hier auf jeden Fall.
Beril Kehribar legt ein wahnsinns Tempo vor und schickt ihre Leser*innen mitten ins Geschehen. Prinzipiell bin ich ein großer Fan davon, auch ein zügiges Tempo schreckt mich nicht gleich ab.
Hier jedoch fehlen mir schon fast die Worte. Ein Ereignis jagt das andere, so schnell bin ich fast nicht hinterhergekommen. Die junge Protagonistin Kaaya taucht auf, ohne Vergangenheit und Erinnerung, wird von Arian aufgenommen und einen Wimpernschlag später sind die beiden schon ein eingespieltes Team, kurz vor dem Beginn der richtigen Loveytory.

Dann wird allerdings auch schon Arians Seele von einem Schattenelfen gestohlen und lediglich seine Hülle bleibt zurück. Dafür steht Kaaya jetzt seiner Familie gegenüber, alle schmieden Pläne, weiter ins Reich der Schatten, wo ein uralter Krieg tobt und zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte glaube ich noch keine 100 Seiten lang. Die Story rast nur so an einem vorbei und aus den ersten 100 Seiten hätte Sarah J. Maas wahrscheinlich schon eine Trilogie bestehend aus Wälzern gemacht.
So ist es leider einfach passiert, dass diese Geschichte vorbeigezogen ist und mich nicht mitgenommen hat, wie im Zeitraffer. Die Charaktere und die emotionalen Situationen zu kurz, um wirklich mitfühlen zu können und die Ereignisse zu schnell vorbei, um sie wirklich miterlebt zu haben.

Das große Aber

Ich bin wirklich traurig, dass ich so viel Kritik in diesen Beitrag gepackt habe und das nicht, weil es mir schwerfällt, zu meiner Meinung zu stehen. Doch ich sehe einfach das große Potenzial, das in Beril Kehribar steckt und hätte mir so sehr gewünscht, dass ihr jemand den Tipp gibt einmal Luft zu holen. Denn die Ideenvielfalt und das angerissene Worldbuilding haben definitiv nicht nur mein Interesse geweckt, sondern auch den Funken gezeigt, der sich hier verbirgt. Damit möchte ich das Buch keinesfalls als unausgereift abstempeln und freue mich wie immer für jede*n, die*der hier das neue Herzensbuch für sich gefunden hat. Ich persönlich glaube nur, dass die Autorin mit der Zeit Werke rausbringen könnte, die sämtliche Leser*innen vom Hocker hauen. Gerade auch die Themen, die sie mit aufnimmt treffen immer noch den gehypten Nerv und finden viel Anklang – wenn die Geschichte jetzt noch ihre nötige Zeit bekommt, sehe ich da auf jeden Fall Großes.

Auch, wenn das Buch für mich im Gesamtpaket leider ein kleiner Fehlgriff war, sehe ich zeitgleich, dass ich diese Autorin nicht aus den Augen verlieren möchte und werde mein Glück bei neuen Projekten auf jeden Fall nochmal versuchen.
Wer auf Magie, Elfen & Action steht und auf der Suche nach einer kurzlebigen und schnellen Unterhaltung für zwischendurch ist, sollte sich das Buch demnach durchaus mal genauer ansehen.

Obwohl die Geschichte mich im Gesamtpaket leider ein wenig unzufrieden zurückgelassen hat, bin ich immer noch beeindruckt von der Ideenvielfalt und dem angerissenen Worldbuilding aus Schattenthron von Beril Kehribar. Gefühlt hätte man nach meinem Geschmack aus diesem einem Buch zwar schon eine ganze Reihe machen können, wodurch das Tempo mir leider keinen Bezug zur Handlung und zu den Charakteren ermöglicht hat – doch das Potenzial macht mich unglaublich neugierig, sodass ich die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten werde.

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