Rezension | Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion von Kyra Groh

Rezension | Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion von Kyra Groh

Titel: Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion | Autor: Kyra Groh | Verlag: Arctis | Erscheinungsdatum: 13.03.2020 | Seitenzahl: 384 | Altersempfehlung: ab 14

Manchmal stellt Mia sich vor, ihre Krankheit wäre eine beneidenswerte Superkraft. Tatsächlich ist es im Alltag aber ganz schön problematisch, wenn man keine Schmerzen empfinden kann und blindlings in alle Gefahren läuft. Das weiß Mia spätestens seit jenem Abend, an dem sie ihre Mutter verlor. Die quälende Erinnerung daran ist gleichzeitig ihr größtes Geheimnis. Zumindest bis sie Jake kennenlernt, der seinen eigenen Kummer im Fitnessstudio von Mias Vater bekämpft. Ihm kann sie sich anvertrauen, und auch er erzählt ihr von den dunklen Seiten in seinem Leben. Obwohl die beiden so verdammt unterschiedlich sind, haben sie zum ersten Mal das Gefühl, dass Sicherheit vielleicht mehr sein könnte als eine fiese Illusion.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

So ganz hatte ich das Buch nicht wirklich auf dem Schirm, als ich aber gefragt wurde, an einer kleinen Instagram Tour teilzunehmen habe ich mich sehr gefreut und war gespannt auf die Story.

Liebe von der ersten Seite an

Obwohl die ganze Aufmachung schon sehr meinen Geschmack getroffen und die Story mich sehr neugierig gemacht hat, habe ich damit nun wirklich nicht gerechnet. Bisher habe ich noch nichts von der Autorin gelesen, war dadurch gleich umso überraschter, was hier für ein fantastischer Schreibstil auf mich gewartet hat. Generell ist der Aufbau der Handlung, die Charaktergestaltung und alles drumherum einfach fantastisch – und ich? Einfach hin und weg.

Ich weiß, dass man oft davon hört, dass zwei Protagonisten ganz unterschiedlich wären, aber mit Mia und Jake kommt hier nochmal etwas ganz Neues auf einen zu. So unrealistisch es im ersten Moment auch wirkt, dass diese beiden Charaktere aufeinander treffen, so authentisch hat es die Autorin rübergebracht und damit eine Lovestory eingeläutet, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Kyra Groh hat es geschafft, dass ich mich selbst zurückversetzt in dieses Alter gefühlt habe, all die Emotionen, die ersten Male, das Selbstentdecken und auch die Furcht vor den Konsequenzen.

Einfach wow

Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie hier nicht einmal Längen auftreten konnten – doch jede einzelne Seite war so wichtig und unglaublich bereichernd für die Geschichte. Mia und Jake haben beide ihr Päckchen zu tragen, womit sich die Autorin auch mit entsprechend schwierigen Themen auseinandersetzt. Mia leidet unter einer Nervenkrankheit, die dafür sorgt, dass sie keine Schmerzen empfindet. Eine Krankheit, die doch recht selten auftritt und mit der ich mich vorher auch nicht groß beschäftigt habe, geschweige denn mal in Berührung gekommen bin. Allerdings gehört hier wesentlich mehr dazu, als man im ersten Moment annehmen könnte. Denn der erste Gedanke ist bei den meisten Wohl „Wie praktisch“ – was allerdings mehr als nur falsch ist. Viel eher erhöht es das Risiko enorm, dass die Betroffenen sich täglich verletzen und auch die Ausmaße der Verletzungen sind oftmals lebensbedrohlich. Denn was passiert, wenn dein Körper dich nicht warnen kann? Für mich war gerade das drumherum wahnsinnig interessant und nach dem Buch habe ich mir ein paar Artikel dazu durchgelesen und muss sagen, dass die Autorin sich hier wirklich nah an direkten Erfahrungsberichten gehalten hat – top!

Doch auch Jake hat sein Päckchen zu tragen – das Thema häusliche Gewalt wird zwar immer öfter aufgegriffen und verliert dadurch immer mehr den Status eines Tabuthemas, dennoch finde ich es immer wieder aufreibend. Ich selbst komme aus einer Familie, die immer noch von diesen Erlebnissen geprägt ist, auch wenn es einen anderen Ursprung hatte. So zeigt sich auch hier wieder, wie unglaublich unterschiedlich die Verhältnisse von Mia und Jake sind. Doch nicht nur diese beiden Charaktere haben mich begeistert, auch jeder „kleine Nebenspieler“, den diese Geschichte hergegeben hat. Egal ob Sympathieträger oder nicht, entsteht hier einfach ein Bild, das unglaublich viel Wirkung zeigt.

In dieser Geschichte konnte ich lachen und weinen und werde sie so schnell auf keinen Fall vergessen. Es ist zwar mein erstes Buch der Autorin gewesen, aber auf keinen Fall das letzte – atemberaubend und einnehmend – eine ganz klare Leseempfehlung!

Mit Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion hat sich Kyra Groh sofort einen Platz in meinem Herz erobern können. Ich habe die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite geliebt – Mia und Jake sind einfach zwei wundervolle Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und genau dadurch die Geschichte so besonders machen.

KAUFEN!

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1 comment found

  1. Das hört sich ja wirklich spannend an, und mit dem Thema der Krankheit bin ich vertraut bzw. habe schon viel davon gesehen und gehört. Wie du sagst, was sich anfangs gut anhört ist mehr als lebensgefährlich. Ich werde das Buch mal auf meine Subliste geben
    Liebe Grüße

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