Rezension | The Ceremonies von T.E.D. Klein

Rezension | The Ceremonies von T.E.D. Klein

Titel: The Ceremonies | Originaltitel: The Ceremonies | Autor*in: T.E.D. Klein | Übersetzer*in: Dagmar Hartmann | Verlag: Piper | Erscheinungsdatum: 01.12.2022 | Seitenzahl: 528

Ein wiederentdeckter Klassiker in neuer, hochwertiger Ausstattung: „The Ceremonies“ ist ein Meilenstein des Horror-Genres, der den Vergleich zu den Werken Stephen Kings nicht scheuen muss.

Eigentlich wollte Jeremy Freirs sich für den Sommer aufs Land zurückziehen, um an seiner Doktorarbeit zu schreiben. Doch er merkt schnell, dass die Bewohner des verschlafenen Dorfes Gilead einer religiösen Sekte angehören und seltsame Rituale befolgen. Jeremy wird immer tiefer in die Ereignisse verstrickt, bis in der Sommerhitze ein uraltes Grauen erwacht, das nicht aus dieser Welt stammt …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ein Buch, auf das ich mich so unfassbar gefreut habe – ein Klassiker des Horror-Genres, das schreit geradezu nach mir!

Ernüchternd

Der Professor Jeremy Freirs braucht unbedingt eine Auszeit auf dem Land, um seine Doktorarbeit fertigzustellen. So verschlägt es ihn von New York nach New Jersey in das doch sehr sonderbare Örtchen Gilead, das von einer Sektenähnlichen Gemeinschaft bevölkert wird.
Da Jeremy jetzt aber auch nicht so der tatkräftigste Mensch ist und eher dazu neigt den leichtesten Weg zu wählen, lässt er sich davon nicht abschrecken und denkt sich, dass das schon passen wird.
Also zurück nach Hause, die letzten Vorbereitungen treffen und Sachen packen und genau in diesem Moment läuft er Carol über den Weg, allerdings nicht ganz so zufällig, wie man annehmen könnte, denn hier kommt der alte Rosie ins Spiel. Ein flüchtiger Moment der Begegnung mit Jeremy, im nächsten Moment schon der neue Auftraggeber von Carol und doch noch so einiges mehr, aber Geduld.

Die Geschichte switcht zwischen New Jersey und New York und gibt auch ein paar Einblicke in die Vergangenheit. Das zusammen sorgt für einen guten Gesamteindruck. Die Idee ist stimmig, wenn auch alles andere als neu und auch die Charaktere könnten einiges bieten. Nicht zuletzt auch das Ehepaar aus Gilead, Deborah und Sarr, die Jeremy auf ihrem Hof aufgenommen haben. Und dennoch zieht sich die Story bereits zu Beginn schon wahnsinnig in die Länge, überrascht wenig bis gar nicht und rückt nicht sonderlich mit interessanten Wendungen raus.
Ich habe das Buch in einer Gruppe gelesen und nach 100 Seiten waren die ersten schon beim Gedanken das Buch auch wieder abzubrechen und Überraschung: die wenigsten haben das Buch beendet. Ich habe es zwar noch durchgezogen, aber ob sich das wirklich gelohnt hat, möchte ich bezweifeln, zumindest für mich.

Verschenktes Potenzial

Gerade die Einblicke in die Vergangenheit am Anfang der Geschichte lassen schon auf das dunkle Grauen hoffen, dass sich hinter all dem versteckt. So ist die Idee einer großen Auferstehung des Bösens, wie auch der Weltuntergang natürlich nicht neu, aber klassisch gut ist ja auch nicht verkehrt – hier muss dann nur die Umsetzung überzeugen können. Ich kann auch nicht behaupten, dass T.E.D. Klein gar keine Atmosphäre aufbauen würde, er verschenkt nur einfach jegliches Potenzial, das die Geschichte hergibt. So gibt es durchaus schaurige Morde und Gänsehautmomente, aber: diese Szenen werden meistens gar nicht beschrieben. Sie sind einfach geschehen und danach wird man teilweise nebenher darüber informiert. So what? Ich hab das einfach nicht verstanden.

Es handelt sich hierbei ja um eine Neuauflage und weder die alte noch die neue Fassung soll wohl ungekürzt sein, was ich nicht so ganz verstehen kann. Den guten Kritiken der Originalfassung gegenüber könnte man schon fast vermuten, dass einfach alles, was spannend war, gestrichen wurde, was ich mir wiederum überhaupt nicht vorstellen kann. Dass auch hier wieder ein nicht geringer Fokus auf Erotik gelegt wurde, trifft leider ebenso wenig meinen Geschmack und naja. Leider muss ich sagen, dass mich das Buch einfach nur enttäuscht hat. Die Charaktere haben mich genervt – naiv, egoistisch, unreflektiert.
Aus der Story wurde überhaupt nichts rausgeholt und zum Ende hin gab es da noch eine Szene, die für meinen Geschmack nicht nur an sich schon ziemlich drüber war, sondern auch aus anderen Gründen sehr fragwürdig war. Darauf genauer einzugehen, würde spoilern, daher belasse ich es jetzt dabei.
Ich wollte das Buch unbedingt lieben und möchte es auch keinem schlecht reden, doch meinen Erwartungen wurde es überhaupt nicht gerecht. Ich hab lange daran gedacht, dass es doch noch ein „snack it“ werden könnte, doch leider war das Gesamtpaket einfach ein „little mistake“.

Mit hohen Erwartungen und vor allem großer Vorfreude bin ich an The Ceremonies herangegangen, muss aber leider gestehen, dass mich das Buch total enttäuscht hat. Die Geschichte basiert auf Längen und langweiligen Szenenbeschreibungen der Charaktere, jeder spannende Moment wird einfach ausgelassen und auch der Ausgang hat mich unglücklich zurückgelassen. Somit leider ein kleiner Fehlgriff für mich.

KAUFEN!

AUCH REZENSIERT VON: Phantastik News

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