Rezension: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden / Genki Kawamura

Rezension: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden / Genki Kawamura

Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden  |  Originaltitel: If cats disappeared from the world  | Autor: Genki Kawamura  |  Übersetzer: Ursula Gräfe | Verlag: Bertelsmann | Erscheinungsdatum: 23.04.2018 | Seitenzahl: 192

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Das Buch ist mir ein paar Mal über den Weg gelaufen, doch als ich es bei Sabrina (Kiddo Seven) entdeckt habe, war meine Neugier endgültig entfesselt. Der Klappentext klang wirklich cool und die Message hinter der Story ist denke ich eine, die uns alle interessiert.

Ein leichter und flüssiger Stil

Vom Erzählstil her wusste ich gar nicht, was mich erwarten wird, dass sich dieser aber so leicht und flüssig gestalten würde – damit hatte ich nicht gerechnet und war wirklich positiv überrascht.
Gleich zu Beginn erfährt der junge Briefträger, welches Schicksal ihm bevorsteht, und wie damit am besten umgehen? Es ist alles unglaublich unverfänglich gehalten, das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber besser kann ich es nicht beschreiben. Genki Kawamura hat es geschafft, dass sich jeder Leser als Protagonist einsetzen könnte und die Geschichte wäre immer noch stimmig. Es spielen sich Situationen ab, die mehr oder weniger die meisten von uns schon einmal durchlebt haben. Entscheidungen, die man nicht treffen wollte oder konnte und Worte, die man nie ausgesprochen hat, warum auch immer.

So ist es wahrscheinlich auch gar nicht verwerflich, dass der sogenannte Teufel in der eigenen Gestalt auftritt und all das verkörpert, was im Gegenzug zu der eigenen Persönlichkeit steht. Den Gedanken dahinter fand ich wirklich interessant und perfekt umgesetzt.

Poetischer Tiefgang

Auch, wenn alles doch eher leicht gehalten wurde, so ist der poetische Nachklang natürlich nicht kleinzureden. Die Frage des Lebens, die Suche nach der Erfüllung. Mehr oder weniger die Fragen, die die Menschheit mehr als alles andere beantwortet haben möchte, wobei die Lösung doch so nah ist.
Für alles, was von der Welt verschwinden soll, wurde erst einmal aufgegriffen, was dies für Konsequenzen mit sich trägt. In erster Linie zwar für den jungen Briefträger selbst, aber weitblickend unterscheidet sich da wohl nicht viel zu jedem anderen Menschen.
Nach und nach wird reduziert, was uns im ersten Moment so wichtig erscheint und auch durchaus unser Leben verschönert. Allerdings sind es meist nicht die Dinge, die wirklich zählen.

Was ich jedoch wirklich ein wenig unpassend gewählt finde, gerade rückblickend, ist der Klappentext.
Denn mehr oder weniger ist es auch schon der gesamte Ablauf, der hier wiedergegeben wird, auch, wenn die Geschichte natürlich noch schön ausgeschmückt wurde und für ein schönes Leseerlebnis gesorgt hat.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden von Genki Kawamura ist eine leichte Geschichte, die sich mit den wesentlichen fragen im Leben beschäftigt. Auf eine zierliche Art werden Themen angesprochen, die eigentlich einen schweren Kontext bieten und stattdessen für ein entspanntes und kurzweiliges Leseerlebnis sorgen.
Eine wunderschöne Geschichte für zwischendurch, die sich sicherlich auch gut verschenken lässt!

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8 comments found

  1. Huhu liebe Jill!
    Schön, dass dieses kleine feine Büchlein den Weg zu dir gefunden hat! Ich kann dir nur in allem recht geben 🙂 auch was den Klappentext betrifft, denn der verrät wirklich zu viel für die wenigen Seiten.

    Liebe Grüße und ein wundertolles Wochenende! ❤️
    Gabriela

    1. Liebe Gabriela,

      das Buch ist wirklich eine kleine Besonderheit.
      Aber ja, den Klappentext kann man wirklich streichen 😀
      Hab eine wundervolel Woche!
      Liebste Grüße <3 Jill

  2. Liebe Jill ^^
    Das Buch habe ich jetzt schon öfter gesehen und ich finde den Titel einfach genial 😀
    Vielleicht werde ich mir das auch mal noch genauer ansehen, daher habe ich nur dein Fazit gelesen ^^ Das klingt aber schon mal gar nicht schlecht 🙂

    Alles Liebe,
    Marion

    1. Liebe Marion,

      der ist wirklich lustig, oder?
      Die geschichte ist echt süß – falls du also mal dazu greifen solltest, wünsche ich dir ganz viel Spaß beim lesen und bin gespannt auf deine Eindrücke!

      Liebste Grüße <3 Jill

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