Rezension

Rezension: Wie bastel ich mir einen Zombie / Frank Swain

Die Erweckung der Toten bleibt uns natürlicherweise versagt. Außerdem würde sich niemand ernsthaft an so etwas versuchen. Oder doch?

Verlag: btb
Erscheinungsdatum: 09.05.2017
Seitenzahl: 288

Seit tausenden von Jahren versuchen wir Mittel und Wege zu finden, Körper und Geist unserer Mitmenschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Von giftigem Honig, der ganze Armeen niederstrecken kann bis zu den Voodoo-Zaubern auf Haiti – Frank Swain erzählt ebenso fundiert wie mitreißend wahre Geschichten aus der Wissenschaft. Von Hundeköpfen, die ohne ihre Körper zum Leben erweckt werden, von Geheimgesellschaften, die tief in die Psyche des Menschen vordringen, mit dem Wunsch, den Tod zu überlisten. Und von Parasiten, die ihren Wirt so beeinflussen können, dass er zu Suizid oder zur Geschlechtsumwandlung getrieben werden kann.

Als ich auf dieses Buch gestoßen bin, war sofort mein Interesse geweckt. Nicht nur, dass ich schon ein Fan von rein fiktiven Zombies bin, wie abgefahren ist es dann erst Berichte aus der Wissenschaft zu lesen, die genau jene nicht mehr ganz so fiktiv wirken lassen?
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und der mir dadurch gegeben Möglichkeit dem Mythos Zombie auf den Grund zu gehen.

Leider muss ich gleich zu Beginn gestehen, dass mir das Lesen wirklich nicht leicht gefallen ist, das mag aber sicherlich Geschmackssache sein.
Der Stil ist fachlicher gehalten, als ich es erwartet hätte und der Aufbau dieser Berichte das genaue Gegenteil von einem Fließtext – zumindest für mich.
Ich dachte auch wirklich, dass es sich zwar natürlich um fundierte Berichte handelt, allerdings eher in Form von „Schaurig-schönen Geschichten“, wie angegeben.
Somit bin ich leider nicht wirklich in einen guten Lesefluss gekommen und für Zwischendurch war mir der Inhalt zu anspruchsvoll und hat für mich doch ein bisschen mehr Konzentration gefordert – was ja aber nun definitiv nicht negativ ausgelegt werden muss.

Inhaltlich wusste ich gar nicht, ob ich die Augen verdrehen, das Buch an die Wand werfen oder mich einfach in einer sterilen Box – weit weg von der Außenwelt – verstecken soll.
Die meisten Versuche/Forschungsberichte sind aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, und gerade in den Anfängen natürlich auch noch…nunja, sexistisch veranlasst. Frauen haben nicht nur unter Wissenschaftlern keinen Platz gehabt, sondern wurden auch als Versuchsobjekte, sagen wir mal, sehr einfach betrachtet.
Was die Entdeckungen selbst angeht, sträuben sich einem einfach nur die Nackenhaare. Wirkliche Beispiele zu bringen, die nicht schon im Klappentext angeschnitten sind, würden einfach zu viel vom Selbstlesen vorwegnehmen, weshalb ich einfach mal an eure Fantasie applaudiere.
Ich möchte nur so viel sagen, ich war vorher schon kein Fan der Insektenwelt, jetzt stellt sie für mich nur noch den blanken Horror dar.

Ich war durchaus überrascht, dass so viele Fortschritte sich schon vor so einer langen zeit ereignet haben, bzw. die Wissenschaft zu solch großen Entdeckungen gebracht hat.
Andererseits hört man seltener von aktuellen Entdeckungen und Forschungen, ob das nun daran liegt, dass vieles moralisch verwerflich erscheint oder auch einfach nichts ist, worüber man nebenbei stolpert.

Natürlich habe ich Input erwartet, aber vielleicht eher auf einer leicht verständlicheren Schiene, bzw. mehr in Formulierungen, die auch in meinem Kopf geblieben wären. Inhaltlich auf jeden Fall unglaublich interessant, wenn auch sehr erschreckend.
Man sollte sich bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um nette kleine „Horrorgeschichten“ für zwischendurch handel, sondern um fundierte, wissenschaftliche Erzählungen.
Dadurch denke ich, dass dieses Buch auf jeden Fall seinen Anklang finden kann, so lange es in den „richtigen“ Händen landet. Aber Achtung – danach sieht man seine Umwelt vielleicht mit anderen Augen…

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