Rezension

The Dry / Jane Harper

„Ich weiß nicht, was an dem Tag passiert ist.“
„Ich glaube, das wissen sie doch.“
„Ich hab sie geliebt.“
„Seit wann“, sagt Falk, „hat das Menschen je daran gehindert, anderes weh zu tun?“

thedryVerlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 21.10.2016
Seitenzahl: 384

Inhalt

Ein beklemmender Thriller um Heimat, Loyalität und Vergebung.
Die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten lastet wie heißes Blei auf dem ländlichen Städtchen Kiewarra mitten im Nirgendwo. Das Vieh der Farmer stirbt, die Menschen fürchten um ihre Existenz.
Als Luke Hadler, seine Frau und ihr Sohn Billy erschossen aufgefunden werden, glauben alle, dass der Farmer durchgedreht ist und erweiterten Suizid begangen hat. Aber Sergeant Raco hat seine Zweifel.
Aaron Falk kehrt nach zwanzig Jahren zum ersten Mal nach Kiewarra zurück – zur Beerdigung seines Jugendfreundes Luke. Bald brechen alte Wunden wieder auf; das Misstrauen wirft seine langen Schatten auf die Kleinstadt. Und in der Hitze steigt der Druck immer mehr…

Meinung

Dieses Buch habe ich im Zuge einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen und gelesen – vielen Dank dafür! Ich lese Thriller zwar nicht mehr annähernd so viel wie früher, doch ab und zu ist es doch mal eine schöne Abwechslung.
Der Klappentext hatte mich hier sehr angesprochen! Dürre? Wasserrationen? Allein das hört sich für mich nach totalen Horror an und dann noch die Kombination, dass die Menschen dort ausflippen, weil sie so ein Leben nicht ertragen können und unberechenbar werden?
So viel zur Theorie.
In der Geschichte selbst konnte sich, meiner Meinung nach, diese Atmosphäre nicht wirklich aufbauen. Die Dürre wurde zwar erwähnt, und auch die Not der Farmer um ihre Existenz, doch mir ist definitiv zu oft der Begriff „Eiswürfel“ gefallen, um wirklich eine Wassernot nachempfinden zu können. (Ich weiß, dass das eine das andere nicht ausschließen muss, jedoch konnte ich nur durchs Lesen da nicht besser reinfinden)
Vor ein paar Jahren war ich in Kanada und wirklich nur kurzzeitig in so einem „Dürre-Gebiet“, absolut furchtbar, keine Luftfeuchtigkeit, alles trocken und staubig und im Schatten über 40°.

Die Idee an sich hat mir also eigentlich gut gefallen, doch fand ich die Umsetzung dahingehend wirklich nicht sehr gelungen. Ich denke allein mit der Wassernot hätte man schon einiges in der Geschichte aufbauen können, und das Handeln der Charaktere wäre dadurch authentischer und einleuchtender gewesen.

Die Charaktere an sich waren eigentlich interessant, es wurden immer wieder viele Vermutungen aufgestellt, wer inwiefern etwas mit den Geschehnissen zu tun haben könnte.
Doch am Ende kam irgendwie doch alles anders, als die Autorin es die ganze Geschichte über aufgebaut hat.

Was mir aber wirklich gut gefallen hat, waren die Rückblenden!
Aaron Falk kehrt ja nun nach 20 Jahren das erste Mal wirklich in seinen Heimatort zurück und es gibt auch so einiges aus seiner Vergangenheit, was ihm nachhängt.
Hier wurde die perfekte Lösung für gefunden. Alles, was für den Leser schwer nachzuvollziehen gewesen wäre, wurde in verschiedenen Rückblenden der Charaktere einmal dargestellt.
Das hat das ganzen Schreibstil und Lesefluss auf jeden Fall aufgepeppt, doch umhauen konnte einen das Buch nicht unbedingt.
Zwar keine absolut langweilige Geschichte, doch meines Erachtens nach auf jeden Fall KEIN Thriller.
Somit konnte dieses Buch für mich leider nicht halten, was der Klappentext versprochen hat und geht gerade mal so als Lektüre für Zwischendurch durch.

3/5 Herzen
♥♥♥♥♥

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