Rezension

Zerbrochener Mond / Sally Gardner

Hector hatte die Augen schon geschlossen, und ich dachte schon, er wäre eingeschlafen, als er plötzlich anfing zu lachen.
„Du bist einmalig, Standish. Einmalig.“

Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: August 2014
Seitenzahl: 288
Altersempfehlung: ab 14

Inhalt

Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre?
Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte?
Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern?
Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen?
Oder würden wir wie Standish Treadwell, der Junge mit den verschiedenfarbigen Augen, unseren ganz eigenen Weg gehen?

Meinung

Nun ist es soweit, mit diesem Buch erfülle ich nun endlich die Vorrausetzungen für die Teilnahme an der Carlsen-Lesechallenge!
Traurig aber wahr: ich habe wirklich nur den Mindestsatz an Büchern geschafft…

Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch schon einige Male empfohlen habe, obwohl ich es bis dahin noch nicht gelesen hatte.
Nun kann ich aber beruhigt sagen, dass ich damit nichts falsch gemacht habe!
Der Schreibstil und Aufbau der Geschichte ist sehr eigen und mit Sicherheit auch gewöhnungsbedürftig. So rutscht man zwar nicht gleich in das Geschehen rein, kommt nach und nach aber gut in Fahrt, wie die Geschichte selbst, ist sie auch einfach ein bisschen anders geschrieben – aber genau so wirkt sie auch umso authentischer.
Der Hauptcharakter hat mich wohl mehr verblüfft, als die geschichte im allgemeinen. Durch seine ganz eigene Art, wird dem leser eine Sicht auf die Dinge ermöglicht, die man sonst wohl nie so hätte sehen können.
Standish Treadwell ist ein ganz besonderer Junge, und das weiß er auch. Dennoch sehen das längst nicht alle so, und so hat er schnell einen ganz anderen Ruf weg.

Standish Treadwell.
Kann nicht schreiben, kann nicht lesen,
Ist schon immer blöd gewesen.

Doch dann trifft er auf Hector und hat neben seinem Gramps endlich jemanden, der ihn versteht. In einem Leben gefangen, in dem nicht nur er scheinbar keinen Platz hat, scheint er nun einen Verbündeten gewonnen zu haben und findet Spaß am Leben.
Hector, auch wenn seine Stellen doch recht kurz sind, ist einem auf Anhieb sympathisch. Er sieht einfach das wesentliche im Leben und somit auch in Standish.

So beginnt dann der Aufstand gegen das Regime, doch alles sehr schleichend und ein wenig poetisch verpackt. Da Standish einen ganz eigenen Weg zu denken hat, erlebt man dies alles auch aus eben seiner Sicht.
Man sollte sich hier jedoch nicht täuschen lassen und denken, dass dieses Buch nur ein junges Publikum ansprechen sollte. Der Tiefgang und die Grausamkeit hinter den Worten ist einfach sehr ergreifend und lässt das ganze lange im Kopf nachklingen.

Für mich eine wirklich außergewöhnliche und besondere Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann! Denn die Frage Was, wäre wenn… gerade zur Theamtik des Ausgangs vom 2. Weltkrieg haben sich schon einige gestellt…

4/5 Herzen
♥♥♥♥

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