Rezension

Buch vs. Film: Sieben Minuten nach Mitternacht

So ihr Lieben,
heute ist es soweit – unser letzter Beitrag zum Monatsspecial im Mai.
Wie immer hat es mir furchtbar dolle Spaß gemacht, denn mit Yvonne habe ich nicht nur eine super tolle Bloggerkollegin gefunden, sondern vor allem auch eine gute Freundin!
Ich hoffe, dass auch ihr mit unserer Beitragsreihe etwas anfangen könnt 😉
Nun aber zum Wesentlichen:

Quelle: https://goo.gl/images/ynnxOg

Wir alle kennen es: das gefürchtete, wie auch langersehnte Ergebnis einer Buchverfilmung.
Wie wird was umgesetzt? Was wird rausgelassen? Wird sich an die Romanvorlage gehalten?
Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass mich die Verfilmung von Sieben Minuten nach Mitternacht (jetzt auf das Buch bezogen) wirklich überzeugen konnte.
Sicherlich hat es auch dazu beigetragen, dass Patrick Ness selbst das Drehbuch dazu geschrieben hat.
Allerdings wundert es mich auch genau dadurch, dass es doch an der einen oder anderen Stelle einen entscheidenden Unterschied gab…

Conor als Künstler

Natürlich war es in dem Film schön verpackt, eine Leidenschaft, die Mutter und Sohn verbindet. Und natürlich waren auch die Zeichnungen selbst ein absoluter Traum.
Doch so war das nicht im Buch. Wieso also? Dazu kommt, dass in dem FIlm genau diese Tatsache so dermaßen hervorgehoben wurde, dass ich die ganze Zeit dachte, dass dahinter noch mehr stecken muss. Und genau das kam auch am Ende. Allerdings hat das alles in eine ganz andere Richtung geführt als im Buch.
Aber das Buch war einfach WUNDERVOLL!
Demnach kann ich mich nur wiederholen: Wieso also?

Geschichte der Eibe

Ein bisschen verknüpft mit dem vorherigen Punkt, durch die Zeichnungen.
Im Film bekommt das Monster eine Vorgeschichte. Ein „Wieso-Weshalb-Warum“.
Doch auch hier frage ich mich, wieso. Denn es geht ja gar nicht in erster Linie um das Monster. Es geht um Conor. Das Monster dient eigentlich viel eher als Mittel zum Zweck, damit Conor sich der Wahrheit stellen kann.
Vielleicht ein schöner Zusatz, doch in meinen Augen hat es ein klein wenig die Wertigkeit verrutscht.

Der Traum

Der für mich, allerwichtigste, ausschlaggebendste, und auf alles hinauslaufende Punkt überhaupt.
Ich verstehe es einfach nicht.
Im Buch heißt es nur, dass Conors Mutter erkrankt ist und Conor selbst an einem bestimmten Albtraum leidet.
Immer wieder, wird vieles angeschnitten, doch erst zum Schluss vollkommen ausgeführt. Und GENAU DAS ist auch einfach so wichtig, um die Geschichte so authentisch wirken zu lassen. Denn darum geht es! Conor, der sich nicht der Wahrheit stellen will/kann/möchte. Und durch seine Verzweiflung das Monster ruft.
So durchlebt man im Buch Conors Entwicklung.
Nicht im Film. Hier wird gleich in der ersten Szene mit der Tür ins Haus gefallen und wir sehen den ganzen Albtraum. Puh, meine erste Reaktion, bzw. Wahrnehmung auf den ganzen Film war also nicht wirklich gut.
Die Buchvariante hat mir hier wesentlich besser gefallen, weil ich den ganzen Plot somit viel stimmiger fand.

Jetzt hören sich meine Punkte natürlich äußerst kritisch an und man könnte meinen, dass mich der Film enttäuscht hat. Dem ist aber in keinster Weise so!
Es handelt sich hierbei einfach nur um wichtige Punkte, die ich gern ansprechen wollte und die mir die ganze Zeit schon auf der Seele gebrannt haben.
Der Film an sich und selbst auch im Vergleich zum Buch, bzw. gerade mit dem Buch als Vorlage ist absolut gelungen.
Es ist eine Verfilmung, die so viel Emotionen in mir als Zuschauer hervorgerufen hat, dass ich aus dem heulen gar nicht mehr herausgekommen bin.
Die ganze Atmosphäre ist genauso melancholisch und verzweifelt wie im Buch.
Die eingebrachten Zeichnungen von Jim Kay waren in meinen Augen ein absoluter Traum und haben den Film um ein Vielfaches aufgewertet – eine fantastische Idee!
Die Darsteller haben sich ihren Rollen wunderbar angenommen und sie wirklich authentisch umgesetzt.
Demnach kann ich gar nicht einmal sagen, was mir wirklich besser gefallen hat, da beides seine Vorzüge hatte.
Jedoch liegt bei mir wohl dennoch minimal das Buch im Rennen vorne, da ich wie oben schon erwähnt, die Story einfach stimmiger fand.
Dennoch freue ich mich schon wahnsinnig doll, den Film noch einmal zu sehen!

Hier habt ihr unser Monatsspecial noch einmal im Überblick:
1.5. – Rezension zum Buch bei Yvonnes Bücherecke
2.5. – Hintergrundinfos zum Buch und Autoren bei Letterheart

3.5. – Hintergrundinfos zum Film bei Yvonnes Bücherecke

4.5. – Filmrezension bei Yvonnes Bücherecke und Letterheart

5.5. – Buch vs. Film bei Yvonnes Bücherecke und Letterheart

6 Comments

  1. Mein Gott, wie lieb das schon wieder geschrieben ist.
    Es war mir mal wieder eine Freude mit dir zusammenzuarbeiten.

    ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

  2. Ich finde es immer so so schwierig, wenn ein Buch das man ungemein mochte verfilmt wird. Ich habe „sieben Minuten nach Mitternacht“ geliebt und beim Buch am Ende sogar geweint. Und jetzt lese ich die Rezension zum Film und bin irgendwie enttäuscht, ich möchte den Film glaube ich nicht sehen, wenn er so viel anders ist als das Buch und dadurch womöglich vieles kaputt macht!
    Danke für deine tolle Rezension, habe sie wirklich gerne gelesen. ♥

    1. Hey Elizzy,
      Lass dich davon nicht abschrecken! Es waren wirklich einfach nur Punkte, die ich unbedingt mal loswerden wollte. Im Großen und Ganzen kommt es dem Buch trotzdem sehr nah und sowohl Buch, als auch der Film haben mich zum Weinen gebracht!
      Aber ich verstehe auf jeden Fall was du meinst!
      Vielleicht schaffst du es ja doch irgendwann ein wenig „Abstand“ zu schaffen und dich auf den Film einzulassen. Wenn ja, wäre ich sehr auf deine Meinung gespannt❤

      Liebste Grüße und vielen lieben Dank ❤ Jill

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