3 Herzen 4 Herzen Rezension

Rezension: Evolution. Der Turm der Gefangenen / Thomas Thiemeyer

„Nicht sie haben diesen Krieg angezettelt, sondern wir. Wir Menschen halten uns immer für so klug und übermächtig und bezeichnen uns selbst als Krone der Schöpfung.
Dabei sind wir nichts anderes als haarlose Affen. Das einzige Wesen auf diesem Planeten, das behauptet, einen Gott zu haben, aber auch das einzige, das sich so verhält, als hätte es keinen.“

Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: 02.01.2017
Seitenzahl: 376
Altersempfehlung: ab 12
Weitere Bände: (1) Evolution. Die Stadt der Überlebenden

Inhalt

***ACHTUNG***BAND 2***
Evolution ist unaufhaltsam.
Evolution ist unausweichlich.
Sie macht vor niemandem Halt. 

Auch nicht vor uns …
Mit letzten Kräften erreichen Lucie und ihre Freunde die Stadt der Überlebenden. Während Jem vor den Toren gegen angreifende Tiere kämpft, hofft Lucie im Inneren endlich Antworten zu finden. Doch im Schatten der Türme scheint das Mittelalter wieder aufgelebt zu sein: Wissenschaft gilt als schwarze Magie, Fragenstellen ist streng verboten. Als die Jugendlichen aus verbotenen Büchern erfahren, dass sie nicht die ersten Zeitreisenden sind, entlädt sich der Zorn des Burgherrn. Den Freunden bleibt nur die Flucht. Ihr Ziel: der einzige Ort, der noch Hoffnung verspricht – die Oase der Zeitspringer. Aber der Weg dorthin führt durch gefährliche Sümpfe, mitten ins Land der Squids.

Meinung

Sooooo unsagbar sehnsüchtig habe ich diesen Teil erwartet, denn wer meine Reaktion auf den ersten Band kennt, weiß: ich war absolut verliebt!
So viel Spannung und Einfallsreichtum hätte ich hinter dieser Kinder-/Jugendbuchreihe nie erwartet.
Dadurch waren meine Erwartungen auch immens hoch, doch ob diese auch erfüllt wurden…?

Es hat leider nagend lange gedauert, bis ich in die Geschichte wieder reingekommen bin, obwohl es sogar eine kleine Einleitung vom ersten Band gab und die Geschichte am Ende des Vorgängers anschließt.
Doch für mich war irgendwie der Zauber weg. Die Geschichte hatte mich ursprünglich so fasziniert, weil man nie wusste, was als nächstes kommt, weil es so viel zu entdecken, zu erfahren und vor allem zu überleben gab.
Hier hatte ich nun das Gefühl, dass man wieder in einem typischen Lauf war.
Die Protagonisten waren in einer verzwickten Situation, diese gilt es zu bewältigen, der Plan muss eingehalten werden.
Es war nicht mehr „Oh Gott, was kommt bloß als nächstes?!?“ sondern eher ein „Ok, wir kennen den Plan, jetzt setzen wir ihn durch“. In meinen Augen keine großen Überraschungen mehr und auch die Charaktere schienen ein wenig zu verblassen.

Auch wenn es interessant war, mehr über die Situation der „neuen Welt“, der Bewohne und auch der geheimnisvollen Squids zu erfahren, hat mir doch die Grandiosität des einfachen Überlebens gefehlt.
Die Synästhesie von Lucie bekommt immer mehr Bedeutung, ob mir diese Interpretation aber so gut gefällt, weiß ich noch nicht. Und vor allem nicht, der Wandel, den sie in diesem Buch durchmacht.
Es führt natürlich erneut zu Spannung, und das Ende sorgt wieder dafür, dass man sich fragt, wie man es bis zum Erscheinen des nächsten Bandes aushalten soll. Allerdings ärgert es mich immer ein bisschen, wenn ich nicht verstehe, warum von mir geliebte Protas auf einmal solch einen Wandel durchgehen.
Das klingt jetzt sicher kindisch, doch ich fiebere und fühle einfach gerne mit ihnen – wenn das nicht mehr geht, macht mir die ganze Geschichte gleich nicht mehr so viel Spaß.

Die Ausarbeitung des Romans war wieder sehr schön, doch mir hat die „Planlosigkeit“, die irgendwie zum großen Ganzen geführt hat im ersten Band wesentlich besser gefallen, es war einfach etwas total Neues.
Hier hatte ich nun eher das Gefühl, mich in einer typischen Dystopie wiederzufinden, was mich nicht mehr so sehr faszinieren konnte. Immer noch gut, auf jeden Fall. Aber in meinen Augen wesentlich schwächer als der Auftakt – ich bin gespannt, in welche Richtung das Finale geht.

3,5/5 Herzen
♥♥♥♥♥

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