Rezension

George / Alex Gino

Als sie die Tür schloss und mit dem Gesicht nach unten auf ihr Bett sank, die Hände über ihrem Hinterkopf gekreuzt und die Ellbogen gegen die Ohren gepresst, wünschte sie sich sehnlichst, jemand anderes zu sein. Egal wer.

georgeVerlag: Fischer Kjb
Erscheinungsdatum: 25.08.2016
Seitenzahl: 208
Altersempfehlung: ab 10

Inhalt

Sei, wer du bist!
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.
>George< erzählt einfühlsam und unprätentiös vom Anderssein und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen. Der erste Kinderroman zum Thema Transgender, der auch ältere Leser fesseln wird und der die Botschaft vermittelt: Sei, wer du bist!

Meinung

Als ich von diesem Buch gehört habe, war mir eins klar: ich MUSS es haben!
So ist diese Thematik doch so unglaublich tiefreichend und wichtig, und doch leider in der Gesellschaft immer noch verpönt und nicht anerkannt.
Dabei ist es gerade wichtig, dass dieses Thema, wenn es denn aufkommt, schon in der Kindheit „angegangen“ wird.
Ich kann es mir gar nicht vorstellen, was für weitreichende psychische Belastungen das für einen Menschen sein müssen, der in dieser Hinsicht nicht ernst genommen wird

Die Geschichte von George ist genauso schön, wie sie auch traurig ist.
So fühlt man sich ihr als Leser gleich verbunden und erkennt gar nicht, wie andere in ihr nicht das Mädchen sehen können. Doch der Schein trügt oft, und so stößt George nicht nur bei ungeliebten Personen auf Kritik. Vor allem die Reaktionen ihrer Freundin und ihrer Familie setzten ihr zu.

„George, egal, was es ist, du kannst es mir sagen.“
Seine Mom nahm Georges Hand in ihre und legte ihre zweite darauf.
„Was immer in deinem Leben geschieht, du kannst dich mir immer anvertrauen, und ich werde dich immer lieben. Du wirst immer mein kleiner Junge sein, das wird sich nie ändern. Auch wenn du erwachsen und ein alter Mann bist, werde ich dich immer noch als meinen Sohn lieben.“

So erkennt man die ganzen „Kleinigkeiten“ die im Alltag auf Georges Schultern landen und sein Gemüt trüben. So hatte auch ich beim Lesen ständig das Bedürfnis laut „Sie ist ein MÄDCHEN!“ zu rufen. Doch man merkt, dass selbst wenn Mitmenschen es ahnen, ist es noch weit von ihrer Akzeptanz entfernt.

Eine wirklich schöne Geschichte, die von Vertrauen, Stärke, Liebe und einer unendlich großen Freundschaft handeln. Eine Geschichte, die mehr Aufmerksamkeit verdient hat, und hoffentlich dem einen oder anderen die Augen öffnen kann.

4/5 Herzen
♥♥♥♥

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