Rezension: Black Dead / Richard Lindstein

Rezension: Black Dead / Richard Lindstein

Titel: Black Dead  |  Autor: Richard Lindstein  |  Verlag: Selfpublishing / Independently published  |  Erscheinungsdatum: 16.02.2016  |  Seitenzahl: 158

Es handelt von drei Spaten, die sich in einer zombieverseuchten Welt nochmal ordentlich die Kante geben wollen. Das kann kein gutes Ende nehmen und soll’s auch nicht. Dekadenz in Kulturformat.

Als mich der Autor angeschrieben hat, war ich mir erst unsicher. Da ich allerdings ein großer Zombiefan bin, hat die Neugier doch gesiegt und ich habe das Angebot dankend angenommen, voller Hoffnung, dass meine Erwartungen erfüllt werden.

Bitte einmal den Mund mit Seife auswaschen!

Haha, die Überschrift klingt gemeiner, als sie gedacht ist. Aber wer das Buch bereits gelesen hat, weiß sicherlich worauf ich hinaus will. Richard Lindstein hat einmal die ganze Palette ausgepackt, was „jugendlichen Slang“ angeht.
Zuerst fand ich es wirklich lustig, dann war es mir zwischenzeitlich viel zu viel und hat mich fast schon genervt, weil ich es als doch sehr übertrieben empfunden habe. Kurz danach sitze ich in Berlin in der Tram, neben vier Jungs, die gerade mit ihrem machohaften und doch eher aggressiven Auftreten prahlen und…ich glaube sie haben die drei Protagonisten sogar in den Schatten gestellt. Da musste ich mir tatsächlich stark das Lachen verkneifen und habe den sprachlichen Stil wieder auf die leichte Schulter genommen.
Außerdem muss hier erwähnt werden, dass der restliche Text einen sehr angenehmen Aufbau hat.

Für Fans von Zombieland, Shaun of the Dead & Co.

Der sprachliche Stil lässt zwar schon darauf hindeuten, aber auch hier noch einmal: Auch, wenn die Zombies hier wirklich eine sehr tödliche Erscheinung sind, handelt es sich keineswegs um eine düstere und nur ernstzunehmende Geschichte. Vielmehr wird hier das schaurige Thema der Entstehung der Untoten aus der Perspektive von drei Pubertierenden berichtet und was sollte man da schon anderes erwarten?
Hier finden sich keine ausgezeichneten Superhelden, sondern drei Jungs, die aus ihrer verbleibenden Zeit noch das beste rausholen wollen. Ob sich das nun darin auszeichnet, dass man die letzten Elektronikläden aufsucht, um noch ein paar Runden zocken zu können oder sich bei einer Truppe von jungen Mädchen einzuschleimen, um vielleicht doch noch die große Liebe zu finden. Ok, das ist übertrieben, wohl eher wenigstens noch die Jungfräulichkeit zu verlieren.

Richard Lindstein hat mich mit seinem Werk Black Dead durchaus überrascht, wenn auch teilweise durch den sprachlichen Stil ein wenig in den Wahnsinn getrieben. Für alle kleinen Geeks und Zombiefans da draußen ist es aber das perfekte Fressen – greift zu!

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5 comments found

  1. Kia ora, Jill.
    Die Pubertät wird auch gerne als volle Grätsche in eine bisherige Kindeserziehung gesehen; was kein Wunder sein kann, explodieren doch in einem gleich mehrere Universen, die einem bestenfalls von anderen bekannt waren.
    Es wallt die Wallung!
    Kein Grund den rudimentären Manieren die Tür zu zeigen – speziell dem anderen Geschlecht gegenüber.
    Ich kann mir die Breitbein-Jungs bildlich vorstellen…dabei hat eine Männlichkeit aber auch nichts mit den Versatzstücken des Machismo gemein. Tatsächlich wirkt das selbstinszenierte Geprahle auf niedrigem Niveau eher erheiternd – wäre da nicht der forciert aggressive Beiton.
    Die Mädels verdienen besseres Benehmen.

    Das Buch ist demnach mehr die Farce eines Untergangs der „letzten Männlichkeiten“.
    Apropos…
    Der neuseeländische Maori-Film ‚Once Were Worriors‘ zeigt unter anderen Dingen auch, was Männlichkeit ist & was Männlichkeit nicht ist. Ein Film über das Band einer Familie & die Stärke des Feminismus.

    Ka pai!

    bonté

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