Rezension: Das Mädchen im See / Sascha Hoops

Rezension: Das Mädchen im See / Sascha Hoops

Titel: Das Mädchen im See  |  Autor: Sascha Hoops  |  Verlag: Independently published Erscheinungsdatum: 04.07.2018  |  Seitenzahl: 144

Dunkelheit und Licht. Zwei Seiten einer Münze. Leben und Sterben, so dicht beieinander wie zwei Atemzüge. Das ist die Welt, in die Liesel zufällig gerät. Das uralte Bruchstück einer längst vergessenen Zivilisation. Schatten, die gebrochene Menschen jagen und ihre Seelen rauben. Doch das Mädchen ist anders. Eine Lebende im Reich der Todgeweihten… Berlin 1943. Der Krieg tobt, doch das zwölfjährige Mädchen Liesel bekommt davon zum Glück nur wenig mit. Nachdem sie Schulschluss hat und ihren Vater im Altmärkischen Kettenwerk besucht hat, macht sie sich auf den Heimweg und entschließt sich, eine Abkürzung zu nehmen. An einem See erblickt sie ein Kind, welches am Ufer spielt. Dies verschwindet plötzlich. Ohne zu überlegen wirft Liesel ihre Schultasche ab und springt hinterher. Doch das Kind ist gar nicht wirklich in den See gefallen. Ein dunkler Nebel hat es gepackt und zieht es in die Tiefe. Sie greift nach ihm, kann es aber nicht loslösen und wird mit in die Finsternis gerissen. Liesel erwacht an einem Strand aus Steinen. Die Luft ist giftig, undefinierbare Partikel, so groß wie Schneeflocken, schweben frei umher. Die Bäume am Ufer zum Waldrand sind knorrig und ohne Blätter, wie Knochen. Der Himmel düster, dunkel und grünlich. Eine weiße Sonne mit bläulicher Aura strahlt auf sie hinab. Liesel ist in einer düsteren Zwischenwelt gelandet. In einer Dimension, die von Seelenfressern beherrscht wird. Doch als Lebende hat sie die Fähigkeit die seltsamen Wesen durch ihre Berührung zu töten und ihre Seelen für sich zu beanspruchen.

Vielen lieben Dank an Sascha für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Als mich Sascha angeschrieben hat und mir sein Werk als Rezensionsexemplar angeboten hat, habe ich mich unglaublich gefreut und war sehr neugierig. Auch, wenn das Cover vielleicht ein wenig eigen erscheint, so trifft es genau meinen Geschmack und deutet in Kombination mit dem Klappentext auf ein außergewöhnliches Leseerlebnis.
Voller Vorfreude und Erwartung habe ich mich nun an dieses kleine Büchlein gemacht!

Authentisch und stilecht

Hals über Kopf habe ich mich nun in das Abenteuer von Liesel gestürzt, Liesel.
Ich muss gestehen, dass es mir der Name so überhaupt gar nicht angetan hat, aber es wirkt einfach unglaublich passgenau in dieser Geschichte, ohne zu aufgesetzt rüberzukommen.
Als Setting wurde hier Berlin zur Zeit des zweiten Weltkriegs gewählt – mir graut es davor immer ein wenig, von der Zeit außerhalb geschichtlichen Büchern zu lesen, da meine Einstellung nicht viel Spielraum lässt und ich immer Angst habe in etwas hineinzurutschen, dass dieser so gar nicht entspricht.
Ohne all das wertend aufzunehmen gerät man aber schnell in den Übergang zum sagenumwobenen See und was dieser mit sich bringt.

Ein kompletter Umbruch, eine neue Welt aber im bekannten Stil fortgesetzt.
Sascha Hoops hat hier Dark Fantasy Elemente geliefert, die sich auf jeden Fall sehen lassen können, wenn sie auch allerdings teils eher grob ausgeführt werden. Bei der Gesamtzahl der Seiten kann man wohl aber auch nicht zu viel Detailgenauigkeit erwarten. Dies führt allerdings auch nicht zu Verständninsproblemen, sondern hat mich viel eher umso neugieriger gestimmt. Denn neben dieser schaurigen Zwischenwelt, gibt es noch viel unheimlichere Wesen, wie auch auf dem Cover abgebildet, die dort ihr Unwesen treiben.

 

Ein erkennbares Erstlingswerk

Es ist wirklich lustig, denn als ich die Rezension von angeltearz (unten verlinkt) gelesen habe, musste ich wirklich schmunzeln, da sich unsere Punkte so ähneln.
Es ist zwar ein wirklich doofes Vorurteil, aber ich kann es leider nicht ändern: Bei deutschen Autoren, gerade Selfpublisher in den ersten Anläufen gehe ich besonders kritisch an den Schreibstil.
Bei Sascha kann man durchaus erkennen, dass seine Autorenlaufbahn gerade erst ihren Anfang genommen hat, allerdings muss dies überhaupt nicht negativ ausgelegt werden. Denn der Stil und die Sprache ist absolut stimmig mit der Story und sorgt für ein leichtes, spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen.
Umso gespannter bin ich schon auf die nächste Geschichte von ihm, die hier bereits sehnsüchtig wartet gelesen zu werden.

Die Geschichte um Liesel ist düster und faszinierend, wenn ich mir auch an manchen Punkten mehr Ausbau gewünscht hätte, so ist sie dennoch in sich abgeschlossen und kann mit überraschenden Wendungen und interessanten Charakteren überzeugen. Die Idee hinter dem Ganzen bietet vor allem viel Raum für eigene Interpretationen und zeigt eine Menge Kreativität in der Schöpfung der dunklen Wesen.
Gerade das Ende hat mir wirklich gut gefallen und hat dafür gesorgt, dass ich das Buch zufrieden zuschlagen konnte.

Sascha Hoops konnte mich mit seinem Debüt Das Mädchen im See auf jeden Fall überzeugen. Ich bin mir sicher, dass der Stil in jedem Buch noch weiter wachsen wird – denn schon hier wurde einiges geleistet, meiner Meinung nach ist es nämlich auch nicht so leicht, eine kurze Geschichte spannend und wirksam zu gestalten.
Für alle Fantasy Fans, die auf der Suche nach etwas besonderem sind auf jeden Fall einen Blick wert!

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AUCH REZENSIERT VON:  angletearz liest

3 comments found

  1. Yum tuv,Jill.
    Dunkelheit, Licht, Leben, Sterben. Schatten, die Menschen jagen & ihre Seelen rauben…anmerkenswert wie sich die Realität im Deutschland ’43 in der Zwischenwelt spiegelt. Ob der Connex darüber hinaus geht!?

    bonté

    1. Aloha Robert!

      Es ist auf jeden Fall eine wirklich interessante Herangehensweise, die natürlich ihre Parallelen zieht, aber dem Leser auch selbst sehr viel Spielraum für Interpretationen gibt.

      Liebste Grüße <3 Jill

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