Rezension | Der Geisterbaum von Christina Henry

Rezension | Der Geisterbaum von Christina Henry

Titel: Der Geisterbaum | Originaltitel: Ghost Tree | Autor*in: Christina Henry | Übersetzer*in: Sigrun Zühlke | Verlag: Penhaligon | Erscheinungsdatum: 15.03.2023 | Seitenzahl: 512

Eine abgelegene Kleinstadt, eine blutige Mordserie und ein entsetzliches Monster: Der neue Fantasy-Horror-Roman von Christina Henry!

Als die Leichen von zwei Mädchen in der Stadt Smiths Hollow auftauchen, weiß die 14-jährige Lauren, dass die blutige Tat ungesühnt bleiben wird. Schließlich konnte die Polizei auch den Mörder ihres Vaters nicht finden, dessen Leiche ein Jahr zuvor im Wald gefunden wurde: Sein Herz war ihm herausgerissen worden, und zwar unter dem berüchtigten Geisterbaum. Warum musste Laurens Vater sterben? Wieso vergessen die Bewohner von Smiths Hollow, dass aus ihren Reihen immer wieder Mädchen verschwinden? Und welches blutige Geheimnis bewahrt der schreckliche und Lauren doch so vertraute Geisterbaum? Sie ahnt, dass sie in Gefahr ist – und dass sie die nächste ist, die ihr Leben verlieren soll …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Christina Henry hat sich schnell einen Platz in meinem Bücherherz erkämpft und so kann ich ihre neuen Werke immer kaum erwarten – so auch hier!

Weg vom Märchen?

Die letzten Werke der Autorin waren eher unter Märchen Retellings einzuordnen, auch wenn sich Christina Henry teils sehr viel Freiheit in ihrer Umsetzung erlaubt hat. Hier greift sie jetzt allerdings nicht auf eine bekannte Story zurück, was mich nochmal neugieriger gemacht hat, ob sich das auch in ihrem Stil zeigt. Wer jetzt schon traurig ist und den Märchen hinterhertrauert, kann beruhigt sein, denn auch hier finden wir einen entsprechenden Touch, auch wenn die Story wesentlich mehr bietet.
Tatsächlich finden wir uns in einem ziemlich klassischen Horror-Muster wieder, was zwar die meisten schon kennen, das sich durch seine Beliebtheit auch sehr bewährt hat.
Willkommen in der Kleinstadt Smith Hollow in den 80’er Jahren und lasst euch überraschen von den Geheimnissen und Gefahren, die hier auf euch warten!

Zwischen Stranger Things Vibes und gruseligem Märchen wird hier aber kein spröder Abklatsch geschaffen, sondern die Autorin brilliert mit dem, was sie vorher auch schon ausgezeichnet hat: einer ruhigen, aber absolut einnehmenden Atmosphäre. Denn Christina Henry schafft es hervorragend die beliebten Genrevorzüge einzufangen. Nach wie vor immer noch düster und teils blutig, doch eben nicht wirklich actiongeladen. Wer auch die letzten Bücher von ihr gelesen hat, wird wissen was ich meine – ich persönlich bin ein großer Fan davon, wenn zwar auch manchmal etwas ruhiger fürs Genre, so aber unglaublich atmosphärisch. Ich kann aber auch verstehen, wenn Leute ein bisschen mehr auf den Action-Splatter-Faktor setzen und hoffen.

Coming of Age & gesellschaftskritisch

Durch die 14-jährige Protagonistin Lauren, die auch mit ihrer eigenen Entwicklungsphase zu struggeln hat, befinden wir uns irgendwie auch mitten in einem Coming-of-Age Roman, der manchmal die gruselige Stimmung auflockert und auch noch Platz für mehr lässt. Die Autorin hat auch hier bereits in ihren vorherigen Büchern gesellschaftskritische Themen aufgegriffen und lässt es sich auch hier nicht nehmen, was ich ihr persönlich hoch anrechne.
Aber kommen wir zum Eingemachten: Smith Hollow wird schon seit einigen Jahren heimgesucht und einmal jährlich verschwindet ein junger Mensch und wird einige Tage später übel zugerichtet und tot vor dem Geisterbaum gefunden. Als im letzten Jahr dann aber Laurens Vater verstirbt und ohne Herz vor dem Baum liegt, gerät alles noch mehr außer Kontrolle…

Interessanterweise reagiert die Kleinstadt-Bevölkerung hier gar nicht, was aber nicht wirklich an einem Desinteresse liegt, sondern am Geisterbaum. Und auf einmal finden sich zwei Mädchenleichen, doch direkt im Garten einer Bewohnerin. Es dringt schnell durch, dass sich hier etwas Grundlegendes geändert hat und die Kleinstadt immer mehr in ihr Verderben rutscht. Doch was steckt dahinter und was kann Lauren daran ändern, wo sie doch scheinbar ganz auf sich allein gestellt ist?
Auch, wenn mich das Ende schon fast ein wenig überrumpelt hat, bin ich mit dem Gesamtpaket dennoch sehr zufrieden und kann meine Fahne der Begeisterung für Christina Henry nach wie vor hochhalten und werde mich genauso sehr auf ihr neues Buch freuen!

In typischer Manier bekommen wir wieder einen Roman, voller schauriger Atmosphäre, interssanten Charakteren und einem Touch düsteres Märchen von Christina Henry geboten. Nach wie vor liegt auch hier wieder ihre Kraft in der aussagekräftigen Ruhe, was aber nicht bedeutet, dass es auch hier nicht wieder blutig zugeht.

KAUFEN!

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3 comments found

  1. Sehr tolle Rezension. 🙂 Ich dachte, es sei auch wieder eine Grusel-Märchen-Neuerzählung, aber jetzt bin ich auch umso neugieriger 😀 Dachte, ich kenne das Märchen um das es geht vielleicht nicht, hatte mir aber auch den Klappentext nicht durchgelesen.
    Liebe Grüße
    Neni ♥

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