Rezension

Rezension: Die kleine Meerjungfrau / Hans Christian Andersen

„Aber wenn du mir meine Stimme nimmst“, sagte die kleine Seejungfer, „was behalte ich dann übrig?“
„Deine schöne Gestalt“, sagte die Hexe, „Deinen schwebenden Gang und deine sprechenden Augen, damit kannst du schon ein Menschenherz betören.“

Verlag: Wunderhaus Verlag  |  Erscheinungsdatum: 24.02.2017
Seitenzahl: 44  |  Altersempfehlung: ab 3  |  Illustrator: Anton Lomaev

Der Große Märchenerzähler Hans Christian Andersen hat diese legendäre Geschichte am Meer in Dänemark geschrieben. Die kleine Meerjungfrau taucht furchtlos in den grenzenlosen und gefährlichen Ozean der Liebe. Ihr Herz ist voll von Mut, Hoffnung und unendlicher Sehnsucht. Sie ist bereit, ihr sorgloses Leben einer Meerprinzessin hinter sich zu lassen, für eine neue geheimnisvolle Welt.
Die magischen Illustrationen für „Die kleine Meerjungfrau“ stammen von dem berühmten Künstler aus St. Petersburg, Anton Lomaev. Das Buch wurde mit dem Preis „Interpresscon“ für die besten Illustrationen ausgezeichnet.
Ein schönes Märchenbuch, ein Geschenk für Groß und Klein!

Das liebe Team vom Wunderhaus Verlag hat mich angeschrieben, ob ich Interesse an dem Programm Unendliche Welten hätte. Als großer Märchenfan, wie könnte ich da nein sagen?
Somit war ich unglaublich gespannt, auf die illustrierte Ausgabe, hier könnt ihr auch einmal ein Blick in das Programm werfen. Vielen lieben Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Ich durfte bereits Rotkäppchen und der Wolf aus dem Verlagsprogramm lesen und war schon bei dieser Ausgabe fasziniert von den detailreichen Illustrationen.
Diese werden aber in Der kleinen Meerjungfrau, zumindest in meinen Augen nochmal übertroffen. Die ganze Farbgebung ist der Wahnsinn, man fühlt sich selbst in die Unterwasserwelt versetzt und bestaunt neugierig die Szenerien.
Eine Mischung ein Verliebtsein und gruseligem Bestaunen, denn die Illustrationen richten sich nach dem Original des Märchens, das weitaus weniger mit der bekannten Disney Version Arielle gemein hat.

Natürlich ist mir die Grausamkeit bewusst gewesen, dennoch ist es etwas anderes diese in einer Geschichte, die für Kleinkinder ausgerichtet ist, zu lesen.
Demnach kann ich mich leider nicht der Altersempfehlung anschließen, aber das ist einfach eine persönliche Ansichtssache. Mir geht es viel weniger darum, dass diese Geschichte kein Happy End für die Leser bereithält, viel mehr um manche grausige Stellen, die einen unglaublich erschreckenden Tiefgang haben.
So wird der kleinen Meerjungfrau hier z.B. nicht einfach nur die Stimme „genommen“, sondern gleich die Zunge herausgeschnitten.

„…Na, hast du den Mut schon verloren? Streck deine kleine Zunge hervor, dann schneide ich sie ab, zur Bezahlung, und du bekommst dafür den kräftigen trank!“

Nichtsdestotrotz wird hier mit einer Melancholie erzählt, die einem das Herz zerbricht. Es geht um Sehnsucht, nicht nur nach Liebe, sondern auch darum, dem Leben selbst, bzw. dem Ende dessen eine tiefere Bedeutung zu geben.
Denn was bringt einem ein unbeschwertes Leben, wenn dieses unerfüllt bleibt?
Dass all die Bemühungen der kleinen Protagonistin ihr nicht viel weiterhelfen, lässt es umso realistischer und schmerzlicher darstellen.
Für mich eine wahrlich emotionale und nachhaltige Geschichte, die durch die fantastischen Illustrationen noch an Mehrwert gewinnt und wirklich einzigartig ist.

Auch diese Schmuckausgabe kann wieder mit den detailreichen und wunderschönen Illustrationen von Anton Lomaev punkten und unterstreicht die Melancholie der Originalfassung von Der kleinen Meerjungfrau.
Hans Christian Andersen hat hier eine verstörende aber auch nachhaltige Geschichte geschaffen, die wohl niemals gänzlich aussterben wird. Hier einen großen Dank an den Verlag für die fantastische neue Aufmachung.
Ich persönlich würde sie allerdings keinen allzu kleinen Lesern vorlesen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass bei ihnen schon genug Verständnis für die tiefgehenden Worte da ist, um die Geschichte entsprechend zu verarbeiten.

KAUFEN!

AUCH REZENSIERT VON:  Tintenmeer  |  Buchperlenblog  |

12 Comments

  1. Liebe Jill,
    es freut mich sehr, dass dir die Bücher aus dem Verlag so gut gefallen 🙂
    Ich bin leider kein Fan dieser Illustrationen, finde die Idee an sich aber cool.
    Das Zitat klingt wirklich sehr gruselig, aber so sind Märchen nun mal ursprünglich gewesen, demnach auch eigentlich nichts für Kinder, schon gar nicht ab 3. Da stimme ich dir vollkommen zu!

    Liebe Grüße <3

    1. Liebe Nicci,

      gerade dieses Werk konnte mich wirklich überzeugen.
      Ja, die sind natürlich sehr eigen, das kann ich schon verstehen.
      Und ja, da sagst du was, eigentlich sollte es keine Überraschung sein. Aber eine Originalfassung mit der Altersempfehlung „ab 3“, da dachte ich, gebe ich nochmal meinen Senf dazu 😉

      Liebste Grüße <3 Jill

  2. Liebe Jill <3

    ich hoffe du hast schöne Feiertage?
    Die Schmuckausgabe sieht ja mal wunderschön aus. Ich glaube so eine brauche ich für meine Tochter und mich 😀 Ich wusste gar nicht, dass es die in so hübschem Design gibt.

    Liebste Grüße
    Sonja <3

    1. Liebste Sonja,

      ja, auf jeden Fall! Ich habe diue Tage mit meiner Familie sehr genossen <3
      Ich hoffe, du auch?
      Die Ausgabe ist auch wirklich klasse, die kann ich nur empfehlen 😉

      Liebste Grüße <3 Jill

  3. Huhu 🙂
    Super Rezi meine Liebe. Die Illustrationen sind nicht ganz meins, wobei ich hier das Titelbild um Längen schöner finde als die Rotkäppchen Ausgabe. Aber gut Geschmackssache und solange der Inhalt stimmt^
    Und nur mal so am Rande – Deine Bilder sind immer super schön 🙂
    Liebe Grüße, Stella ♥

    1. Vielen lieben Dank, Stella <3
      Ja, mir gefällt es auch wesentlich besser als Rotkäppchen.
      Am liebsten sind mir immer noch die gestalteten Märchenbücher von Benjamin Lacombe, die sind allerdings, zumindest in meinen Augen, dann wirklich nichts mehr für Kinder 😀
      Ui, das bedeutet mir viel, ich danke dir :-*

      Liebste Grüße <3 Jill

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: