Rezension | Die letzte Kosmonautin von Brandon Q. Morris

Rezension | Die letzte Kosmonautin von Brandon Q. Morris

Titel: Die letzte Kosmonautin | Autor*in: Brandon Q. Morris | Verlag: Fischer TOR | Erscheinungsdatum: 30.03.2022 | Seitenzahl: 416

Wir schreiben das Jahr 2029, und die DDR feiert ihren 80. Jahrestag. Die Kosmonautin Mandy Neumann befindet sich seit mehreren Wochen an Bord der Raumstation „Völkerfreundschaft“. Eigentlich wartet sie auf ihre Ablösung, doch als die ersten unerklärlichen Unfälle passieren, beschleicht sie der Verdacht, dass jemand ihre Mission sabotiert. Kurz darauf bricht der Kontakt zur Bodenstation ab, und sie muss um ihr Leben kämpfen.

Der einzige Mensch, der ihr dabei helfen kann, ist Tobias Wagner, ein Leutnant der Volkspolizei in Dresden. Er ist auf der Suche nach einem verschwundenen Physiker, der am Bau der Raumstation beteiligt war, und die Spur führt ihn in ein militärisches Sperrgebiet in der Lausitz. Schon bald gerät er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten.

Harte Science Fiction für Fans von Andy Weir, Andreas Brandhorst, Andreas Eschbach, Cixin Liu oder “The Man in the High Castle”.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Da ich schon unglaublich viel von dem Autor gehört, bisher aber noch nichts von ihm gelesen habe, wurde es allerhöchste Zeit dieses Versäumnis aufzuholen!

Anfängliche Skepsis schnell verflogen

Obwohl ich mich so sehr auf das Buch gefreut habe, muss ich gestehen, dass ich auch ein kleines wenig skeptisch war. Ich bin nach dem Mauerfall geboren, kann daher selbst sehr wenig zu dieser Zeit sagen, aber auch generell (leider nicht sehr interessiert an der DDR. Hört sich erst einmal hart an, oder? Es ist einfach eine der Zeitepochen, die mich weniger interessiert, dennoch wollte ich mich bei der Geschichte darauf einlassen, hatte nur Angst, dass ich mir selbst im Weg stehe.
Aber hier muss ich meinen Hut vor Brandon Q. Morris ziehen – auch wenn die Story in einer alternativen Zeitebene spielt, so ist das Setting dennoch nicht gänzlich unbekannt und wirklich authentisch. Der Autor schafft es seinen Leser*innen ein ziemlich authentisches Gefühl aus der Zeit zu vermitteln, zeitgleich machen aber die Entwicklungen wahnsinnig neugierig, die es bi uns nie gegeben hat.

Zum 80. Jahrestag der DDR befinden wir uns also im Jahre 2049. Die Kosmonautin Mandy Neumann ist an Bord der Raumstation „Völkerfreundschaft“ und wartet auf ihre Ablösung. Stattdessen entwickelt sich aber alles anders bis es zu einem Abbruch des Kontakts zur Bodenstation kommt.
Ihre wohl einzige Rettung: Tobias Wagner.
Genau dieser arbeitet als Leutnant der Volkspolizei in Dresden und ist eigentlich auf der Suche nach einem verschwundenen Physiker, der unter anderem am Bau der Raumstation beteiligt war.
Und auch bei ihm kommt es anders, denn stattdessen stößt dieser auf ein militärisches Sperrgebiet, was ihm nicht nur einige Probleme einbrockt, sondern auch seine Welt, wie er sie kannte ziemlich auf den Kopf stellt.
Und damkit es nicht langweilig wird, kommt auch noch seine Exfrau Miriam ins Spiel, die wiederum auf der Suche nach ihm ist und…ihr merkt schon, ein bisschen verstrickt ist das Ganze durchaus.

Unerwartete Entwicklungen

Jetzt muss ich also ganz ehrlich sagen, dass ich die Darstellungen und den Schreibstil super überraschend – durchweg im positiven Sinne – fand. Die Story entwickelt sich zu einem Thriller, der die Spannung aufrecht erhält, bekannte Elemente bietet, aber auch mit neuen Aspekten punkten kann. Dann, ja dann kommt es aber doch wieder anders, was auch eigentlich nicht hätte überraschen sollen. Dass Die letzte Kosmonautin als Science Fiction Roman beworben wird, hat natürlich seine Berechtigung, also musste auch hier die entsprechende Entwicklung her.
Diese machte zwar irgendwo auch Sinn, aber die ganze Dynamik hat sich hier für meinen Geschmack zu sehr verändert. Was anfänglich noch bodenständig wirkte, schien jetzt teilweise aus der Luft gegriffen, vielleicht war ich aber auch zu moserig.

Denn alles in allem hat mir das Buch wesentlich mehr gegeben, als ich gedacht hätte und ich war wirklich froh, dass ich es zur Hand genommen habe. Die Charaktere wissen zu überzeugen, gerade auch an Mandy habe ich sehr gehangen. Die beiden Perspektiven (von Mandy und Tobias) sind relativ lange parallel gelaufen, was auch einen gewissen Reiz ausgemacht hat.
Das Thrillerfeeling und die alternative Zeitlinie habe ich hier sehr gefeiert, zum Ende hin wurde es mir dann nur eben streckenweise ein wenig zu skurril und chaotisch – zumindest im Vergleich zur Bodenständigkeit vom Anfang. Dennoch definitiv einen Blick wert!

Mit Die letzte Kosmonautin konnte mich Brandon Q. Morris durchaus überraschen und gut unterhalten. Die alternative Zeitlinie und die dadurch bestehende DDR bietet ein interessantes Setting und das Thrillerfeeling zu Beginn hat es mir sehr angetan. Die letztendliche Entwicklung hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen, dennoch empfehle ich das Buch gerne weiter!

KAUFEN!

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