Rezension | Extremity 1 von Daniel Warren Johnson & Mike Spicer

Rezension | Extremity 1 von Daniel Warren Johnson & Mike Spicer

Titel: Extremity 1 | Autor: Daniel Warren Johnson | Illustrator: Mike Spicer | Übersetzer: Monja Reichert | Verlag: Cross Cult | Erscheinungsdatum: 14.02.2018 | Seitenzahl: 144 | Reihe: Extremity

er neue Fantasy-Hit aus dem Hause Skybound wirft den Leser mitten in den blutigen Rachefeldzugs der jungen Heldin Thea gegen die Paznina, die barbarischen Unterdrücker ihres Clans. Diese ermordeten in einem Akt sinnloser Brutalität nicht nur Theas Mutter, sondern nahmen ihr auch ihre Hand. Gemeinsam mit ihrem Vater Jerome, dem Oberhaupt des Roto-Clans, begibt sich Thea hinter die feindlichen Linien, um bittere Vergeltung zu üben.

Die krasse, definitiv nicht jugendfreie Geschichte von Daniel Warren Johnson, die an Mad Max auf Speed erinnert, wird seinen fantastischen, detaillierten und blutigen Artworks und der starken Kolorierung von Mike Spicer perfekt in Szene gesetzt.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Ganz überraschend hat mich dieser Comic von der lieben Neele von Cross Cult erreicht und ich war unglaublich neugierig. Ich bin generell immer sehr an Empfehlungen und Tipps interessiert und freue mich über jede Neuentdeckung – wie auch hier.

Mad Max auf Speed

Diesen Vergleich aus der Inhaltsbeschreibung muss ich einfach nochmal aufnehmen, weil ich es zu lustig finde. Ich persönlich bin ja ein großer Mad Max Fan und während des Lesens wäre ich irgendwie gar nicht auf den Vergleich gekommen, obwohl ich ihn im Nachhinein gar nicht so verkehrt finde. Allerdings muss ich schon anmerken, dass Mad Max selbst ja schon ultra abgedreht ist…
Es ist vielmehr die Intensität und die Wahrnehmung, die an das besagte Setting erinnern. Auch, wenn Thea die Protagonistin sein soll, spielen hier einige Charaktere eine zentrale Rolle, sodass man beim Lesen gar nicht genau weiß, auf wen man sich fokussieren soll. Das macht aber rein gar nichts, viel mehr ermöglicht es einem verschiedene Blickwinkel einzunehmen.

Thea und ihr Bruder Rolle unterstehen beiden ihrem Vater, der nicht nur Oberhaupt des Roto-Clans ist, sondern vor allem seinen eigenen Rachefeldzug anführt. Beide sind sich vollkommen darüber im Klaren, was sie verloren haben, doch glücklich sind sie auf ihrem Weg nicht und werden es vielleicht auch nicht mit denselben Zielen.
So steht die Vernichtung der Paznina und deren Königin Nim auf der Prioritätenliste ganz weit oben und zieht eine blutige Handlung mit sich, die keine Rücksicht oder Erbarmen kennt. Allerdings habe ich das überhaupt nicht verherrlichend wahrgenommen, sondern viel eher kritisch beschrieben, da niemand seinen Trost im eigenen Handeln findet, es ist vielmehr eine Aussichts- und Hoffnungslosigkeit.

Extremity
Ausschnitt aus „Extremity 1“

Starke Zeichnungen

Somit sind mir nicht nur die Charaktere und die Story alles andere als platt erschienen, auch die Zeichnungen haben es mir gehörig angetan. Auch, wenn ich gestehen muss, dass ich versucht war, den Comic zuzuklappen, als ich ihn in der Bahn gelesen habe und auf einmal Kinder eingestiegen sind.
Ja, es ist unglaublich brutal – dennoch steckt eine ungezähmte Stärke in den Bildern, die die Intensität und den Spannungsaufbau verstärkt.
Ich für meinen Teil bin unglaublich gespannt auf den zweiten Band, mit dem so viel ich weiß die Reihe dann auch schon beendet wird.
Das Worldbuildung ist eine interessante Mischung aus vielen verschiedenen Genres – zwischen High Fantasy, Science Fiction und Endzeitszenario. Dazu die Tragödien, die die Charaktere erleiden mussten und die nun zwischen ihnen und ihrem zukünftigen Leben stehen – eine wirklich gut ausgearbeitete Geschichte!

Extremity
Ausschnitt aus „Extremity 1“

Die Meinungen, die ich zu Extremity 1 gefunden habe, gehen doch ein wenig auseinander – doch ich kann mich den begeisterten Stimmen nur anschließen! Hier wurde nicht nur eine außergewöhnliche Welt geschaffen, sondern auch viele unterschiedliche Charaktere, die auf ihre ganz eigene Art an ihr Schicksal herantreten und sich immer wieder durch Mut und Stärke beweisen. Die Spannung hat sich von Anfang bis Ende halten können und sorgt dafür, dass man den finalen Folgeband am liebsten sofort in den Händen halten möchte!

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