Rezension: Gwendys Wunschkasten / Stephen King & Richard Chizmar

Geheimnisse sind ein Problem, vielleicht das größte Problem, das es gibt.
Sie belasten einen und beanspruchen Platz in dieser Welt.

Verlag: Heyne Erscheinungsdatum: 09.10.2017
Seitenzahl: 128

Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Vorkommnisse und ungewöhnlichsten Besucher erlebt. Warum sollte es der 12-jährigen Gwendy anders ergehen? Eines Tages tritt ein schwarz gekleideter Unbekannter an sie heran und macht ihr ein Geschenk: einen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf.

Um ehrlich zu sein, ist diese Neuerscheinung total an mir vorbeigegangen, aber als ich dann aus Zufall darauf gestoßen bin war klar, dass sie einziehen muss.
Zur Abwechslung handelt es sich mal um eine eher kurze Geschichte, doch klingt der Klappentext genauso vielversprechend wie die restlichen Werke des Autors.

Kurzgeschichten sind eigentlich nicht mein Fall. In der Regel habe ich das Gefühl gar nicht erst richtig in die Geschichte reinzukommen und somit die Seiten ausgelesen zu haben, bevor ich überhaupt etwas erlebt habe.
Doch hier beweisen die Autoren auf jeden Fall ihr können, gleich zu Beginn rutscht man in eine unangenehme Atmosphäre und landet an Gwendys Seite in einer Situation, der man schleunigst wieder entkommen möchte.

Angetrieben durch die menschliche Neugier und vielen verborgenen Sehnsüchten kann man hier erleben, zu welch unbedachten Handlungen ein Mensch bereit ist.
Doch beweist Gwendy ebenso außerordentliche Charakterstärke, indem sie versucht gegen die Versuchungen anzukämpfen. Was das jedoch zur Folge haben kann steht auf einem anderen Blatt und zunehmend spinnt sich ein Konstrukt zusammen, dass man nicht erwartet hätte.

Die Geschichte ist nicht wirklich gruselig, eher sogar ruhig gehalten und dennoch verspürt man einen gewissen Nervenkitzel. Ich habe bereits aus anderen Meinungen zu dem Buch herausgehört, dass einige enttäuscht waren, dass nicht mehr aus dieser Geschichte rausgeholt wurde.
Mir persönlich hat sie aber wirklich gut gefallen, mir gefällt es, dass es immer Aspekte gibt, die teilweise offen bleiben und der Fantasie des Lesers überlassen wurden.

Somit war es für mich zwar auch nicht unbedingt ein Highlight und bestimmt nicht die Bestleistung von Stephen King, allerdings beweist Gwendys Wunschkasten einen ganz eigenen Charme, dem man schnell erlegen ist.

Gwendys Wunschkasten überzeugt durch eine tiefgehende Atmosphäre, die zum Denken anregt und viele Überraschungen der menschlichen Psyche bereithält.
Perfekt für einen ruhigen Abend, zur kalten Jahreszeit, auf der Couch, wenn man gerne mit einem beklemmendem Gefühl ins Bett gehen möchte. Für mich als Anti-Kurzgeschichten Fan definitiv ein gelungenes Werk, das ich nur empfehlen kann.

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AUCH REZENSIERT VON:  Kathrineverdeen  |  Lenas Welt der Bücher  |  Kleinbrinas Bücherblog

5 comments found

  1. Hi Jill, mich konnte das kleine Büchlein auch überzeugen!
    Genau dieser unterschwellige Nervenkitzel und die beklemmende Atmosphäre, haben es auch für mich ausgemacht. :o)

    Noch die allerbesten Wünsche für 2018 und liebe Grüße,
    Patricia

    1. Liebe Patricia,

      da sagst du was. Ich fand einfach, auch wenn es für mich kein Highlight war, dass es das gewisse Etwas hatte 😉
      Freut mich, dass es dir auch gefallen hat!

      Liebste Grüße und auch dir noch alles erdenklich Gute für’s neue Jahr <3 Jill

    1. Liebe Nicci,

      stimmt – das wäre sicherlich was! Es hat natürlich nicht annähernd den Umfang seiner anderen Werke, lässt aber schon gute Einblicke in seienn Stil 😉

      Liebste Grüße <3 Jill

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