Rezension | Kleine Engel von Daniel Kohlhaas

Rezension | Kleine Engel von Daniel Kohlhaas

Titel: Kleine Engel | Autor*in: Daniel Kohlhaas | Verlag: Knaur | Erscheinungsdatum: 01.07.2021 | Seitenzahl: 352

Ein Kind, das zu früh stirbt.

Zwei Ermittler, die nicht dasselbe Ziel verfolgen.

Und die Frage, ob Mord jemals gerecht sein kann …

»Kleine Engel« ist ein düster-abgründiger Psychothriller um eine Mord-Serie in einem Kinderhospiz.

Kommissar Simon Winter kann nicht glauben, dass die todkranke kleine Lilli ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben soll. Obwohl seine Vorgesetzten den Fall bald als Suizid zu den Akten legen, bleibt der Kommissar hartnäckig, unterstützt nur noch von der ebenso attraktiven wie ehrgeizigen Kriminalpsychologin Nadja Bergendahl. Denn Nadja ist überzeugt, es mit einem ganz besonderen Serientäter zu tun zu haben.

Doch als sich tatsächlich herausstellt, dass noch in mindestens einem anderen Kinderhospiz ein weiteres Kind unerwartet früh gestorben ist, stehen Simon und Nadja vor einer Frage, die sie entzweit: War es wirklich Mord?

Die Grundidee für Daniel Kohlhaasʼ abgründigen Psychothriller um eine Mord-Serie in einem Kinderhospiz beruht auf einem wahren Fall. Mit dem Konzept für »Kleine Engel« hat er die Thriller-Schule von Sebastian Fitzek gewonnen.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Mit Kleine Engel hat sich der Autor Daniel Kohlhaas auf jeden Fall ein „schwieriges“ Thema vorgenommen, bei dem ich wahnsinnig gespannt auf die Umsetzung war.

Kinderhospiz

Wer bei dem Wort „Kinderhospiz“ schon ein ganz mulmiges Gefühl bekommt, der sollte lieber nicht zum Buch greifen. Auch ich finde das Thema unglaublich schwierig, weil nicht einmal ein sensibler Umgang damit ausreicht, es ist einfach immer herzzerreißend und dadurch für viele kein Thema, zu dem sie unterhaltende Lektüre haben wollen.
Ich finde die Thematik dennoch spannend, aber vor allem wichtig. Daniel Kohlhaas ist hier mit viel Feingefühl an die Story gegangen und sorgt mit mehreren Blickwinkeln auch für die ein oder anderen Denkanstöße. Die Tode werden hier keinesfalls hetzerisch dargestellt und für die Geschichte „missbraucht“ – zumindest nicht nach meinem Empfinden. Wer also dennoch überlegt, hier mal einen Blick ins Buch zu werfen, dem kann ich das nur empfehlen.

So beschäftigt sich der Autor auch mit den Themen, wie es ist loslassen zu können. Dass etwas unglaublich schmerzhaft, aber vielleicht dennoch richtig sein kann. Natürlich nicht die Taten des Mörders, sondern eher generell der Aufenthalt in Kinderhospizen. Und ob sich auch Kinder mit dem Gedanken von Suizid auseinandersetzen oder nicht.
Dass Kommissar Simon Winter hier sein eigenes Päckchen mit sich herumträgt, sorgt für noch mehr Emotionalität, wenn auch der genaue Hintergrund eine Weile als Geheimnis nebenher läuft und auch hier die Leser:innen erst einmal zum Grübeln anregt.

True Crime Unterstützung

Der Kommissar ermittelt jedoch nicht ganz allein und wie der Zufall es will stößt er auf die Kriminalpsychologin Nadja Bergendahl. Diese ist gerade eigentlich auf Tour mit ihrem True Crime Podcast, beschäftigt sich aber auch vor allem mit der Frage, wieso sich Menschen von diesen Themen angezogen fühlen. Das bringt noch einen anderen Touch mit in die Story, fühlt sich aber keinesfalls überfüllt an, sondern deckt sich gerade zum Ende hin sehr gut.
Zwischenzeitlich hatte ich zwar das Gefühl, dass das Zusammenspiel erst zueinander hin finden musste, doch am Ende hat der Autor das richtig gut gemacht.

Ich muss gestehen, dass mir an einigen Stellen dann doch die Spannung gefehlt hat, was aber sicherlich auch mit dem sensiblen Umgang zu tun hat – da fällt es mir also schwer, das wirklich negativ auszulegen. Dennoch war es dadurch kein Buch, das ich nicht nicht zur Seite legen konnte, was beim Lesen aber dennoch Spaß gemacht hat. Ein bisschen verwirrend formuliert? Das Buch ist nett für zwischendurch, überrascht mit einigen Denkanstößen, hat mich aber auch nicht gänzlich vom Hocker gehauen. Das Ende hingegen konnte mich dann doch überraschen, ein typisches Beispiel dafür, wenn sich die Ereignisse dann doch überschlagen und man das Gefühl hat, kaum noch hinterher zu kommen – aber im positiven Sinne. Dass der Autor hiermit bei der Fitzek Schreibschule gewonnen hat, kann ich mir durchaus denken und bin schon gespannt auf seine weiteren Entwicklungen!

In Kleine Engel beschäftigt sich der Autor Daniel Kohlhaas mit schwierigen Themen wie Sterbehilfe und Kinderhospizen, überzeugt aber auch mit einem sensiblen Umgang und sorgt für einige Denkanstöße. Nicht durchweg der spannendste Thriller für mich, aber auf jeden Fall interessante Unterhaltung, die definitiv einen Blick wert ist.

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3 comments found

  1. Hallöchen Jill,

    puuuh, echt schwierig. Schon nach der Zeile mit Morden in Kinderhopsizen war es bei mir dann doch vorbei. Andererseits versteh ich dich vollkommen, dass du neugierig darauf warst, wie der Autor das umsetzt ohne grob zu sein.
    Danke für die Rezi.

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Liebe Tina,

      das Thema ist auf jeden Fall keine leichte Kost und ich kann jeden verstehen, der da lieber einen großen Bogen drumherum machen möchte!
      Umso mehr freue ich mich, dass du dir meine Rezension angeschaut hast 🙂

      Liebe Grüße
      Jill

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