Rezension | Lifelike von Jay Kristoff

Rezension | Lifelike von Jay Kristoff

Titel: Das Babel Projekt – Lifelike | Originaltitel: Lifel1k3 | Autor*in: Jay Kristoff | Übersetzer*in: Gerald Jung | Verlag: dtv | Erscheinungsdatum: 20.10.2021 | Seitenzahl: 464 | Altersempfehlung: ab 14

Was unterscheidet Mensch und Maschine?

Die 17-jährige Eve kann sich gerade so mit Roboterkämpfen über Wasser halten – bis sie vernichtend geschlagen wird und auch das letzte Geld verliert. Auf der Suche nach einem Ausweg findet sie Ezekiel, ein Lifelike-Androide, die wegen ihrer Ähnlichkeit zu Menschen und überlegenen Kampfkunst verboten sind. Unerklärlicherweise vertraut sie ihm, obwohl seine Behauptungen ihr gesamtes Leben infrage stellen. Eve bricht in die Wüste aus schwarzem Glas auf, um die Wahrheit über ihre Vergangenheit und sich selbst herauszufinden. Aber manche Geheimnisse sollten besser ungelüftet bleiben …

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Für einige von euch ist es sicherlich kein Geheimnis – ich bin ein unglaublich großer Fan von Jay Kristoff und so habe ich auch diese Übersetzung sehnlichst und voller hoher Erwartungen herbeigesehnt!

Aller Anfang…

Man, wie habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Manchmal muss ich dann wirklich erst noch eine Weile an mich halten, weil ich selbst merke, wie meine Erwartungen dann schon unermesslich wachsen. Dabei bin ich mir doch bei Jay Kristoff wirklich sicher, gerade im Science Fiction Bereich, dass mich die Geschichten catchen werden.
Aber wie hätte es anders sein sollen? Voller Vorfreude greife ich zum Buch und…es war cool.
Das ist natürlich alles andere als schlecht, aber auch nicht genau das, was ich mir erhofft hatte.
Tatsächlich fand ich den Anfang ein wenig schwieriger zum Einstieg. Wie schon gesagt, cooler erster Eindruck und auch die Charaktere schienen interessant, doch alles verlief doch ein wenig stockend.
Aber es wäre kein Jay Kristoff, wenn sich nicht auch das noch fügen würde, also tief durchatmen, es wird besser, viel besser! (Aber dazu weiter unten mehr.)

Die junge Eve nimmt an (eher illegalen) Roboter Wettkämpfen teil, um genügend Geld für die Medikamente ihres Großvaters zu bekommen. An ihrer Seite Lemon Fresh (große Liebe) ihre „Allerbeste“, Freundin, aber gefühlsmäßig eher Schwester. Außerdem Cricket, ein Homunculus Roboter, den man einfach ins Herz schließen muss und Kaiser, ein Blitzhund. (Dazu erfahrt ihr mehr, wenn ihr die Geschichte selbst lest.)
Ein unglaublich interessantes Gespann, das je weiter man in der Geschichte ankommt immer mehr überzeugt, aber Charaktergestaltung lag dem Autor schon immer – zumindest für meinen Geschmack.
Wie es der Zufall will überschlagen sich hier gleich zu Beginn die Ereignisse, alles geht schief, was nur schief gehen kann und die durchmischte Clique stößt auf Ezekiel – einem wahrhaftigen Lifelike. Und dazu noch ein ganz besonderer. (Das ist jetzt wahrscheinlich weniger überraschender, aber kommt schon, wo wären wir ohne bekannte Klischees!)

Und dann überzeugt es doch noch

Nachdem ich jetzt doch ein wenig rumgedruckst habe und vielleicht auch den Anschein hinterlassen hätte, dass man dieses Buch nicht lesen „muss“, hier die Klarstellung: Lest diese Geschichte.
Wahrscheinlich hat es gar nicht so viele Seiten gedauert, bis ich richtig drin war und ich war einfach nur überrascht, dass es bei Jay Kristoff nicht automatisch auf der ersten Seite passiert ist. Denn die Ideen hier hinter sind wirklich toll. Eve hat eine geheimnisvolle und vor allem ziemlich traumatische Vergangenheit, die nach und nach mehr aufgedeckt wird und auch, wenn man sich einzelne Details schon denken kann, warten doch immer wieder Überraschungen. Generell bin ich aber auch immer sehr neugierig auf Worldbuildings, die sich mit einer Welt zwischen Menschheit und Technologie beschäftigen. Hier wurde zwar das Rad nicht neu erfunden und teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass der Tiefgang dahingehend ein wenig simpler gehalten war, dennoch wirklich sehr interessant.
Vor allem punkten aber hier mal wieder die Charaktere und ich habe das dynamische Zusammenspiel einfach geliebt.

Langeweile kommt hier auf jeden Fall nicht auf, denn irgendwie scheinen alle miteinander verbunden zu sein, aber so genau durchblickt es niemand, oder vielleicht auch nur die arme Eve nicht.
Erwartet nicht allzu viel Perspektivwechsel, der kommt verhältnismäßig etwas kürzer, was sich aber denke ich in der Fortsetzung ändert wird, zum Schluss wird nämlich noch ein ordentlich Fass aufgemacht.
Es gab einen zusätzlichen Handlungsstrang (Mutation), der die Geschichte zwar mit ins Rollen bringt, den ich aber noch nicht ganz so rund fand. Auch hier gibt es zum Ende hin zwar die Auflösung, wieso weshalb warum – aber naja…macht euch selbst ein Bild davon. Alles in allem war meine Kritik einfach streng, doch die Geschichte trotz aller Punkte toll. Es ist nicht mein liebstes Werk des Autors und in meinen Augen auch nicht das stärkste, zumindest nicht der Auftakt, aber dennoch ein Highlight. Ihr steht auf Sci-Fi Abenteuer? Tolle zwischenmenschliche Beziehungen, mit Tränchen und Humor? Dann gönnt euch unbedingt Lifelike!

Meine Erwartungen an Lifelike von Jay Kristoff waren enorm hoch und zu Beginn habe ich befürchtet, dass die Geschichte da nicht ganz mithalten kann. Je weiter sich die Story aber entfaltet und sich die Charaktere ins Herz schleichen, umso mehr hatte ich doch das Gefühl genau das zu bekommen, was ich mir so sehr erhofft hatte.
Nicht mein liebstes Buch des Autors, aber immer noch ein Highlight!

KAUFEN!

AUCH REZENSIERT VON: Claudias Bücherhöhle | My library of dreams

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