Rezension | Mortalis

Rezension | Mortalis

Titel: Mortalis |  Autor*in: Dominik Jell |  Illustrator*in: Dominik Jell  |  Verlag: CarlsenErscheinungsdatum: 02.08.2022  |  Seitenzahl: 178 | Altersempfehlung: ab 18

Das Manga-Debüt des Ausnahmekünstlers Dominik Jell!
Der Mangaka stammt ursprünglich aus der Tattooszene und machte sich dort trotz seines jungen Alters schon einen Namen. Nun darf Carlsen stolz sein erstes Werk präsentieren!

In diesem Kurzgeschichtenband lässt der Tattookünstler seinen finsteren Gedanken freien Lauf und sorgt für Gänsehautgarantie. Beide Horrorkapitel überzeugen dabei mit einem einzigartigen Setting. Der junge Content Creator, beispielsweise, der sich ins japanische Hinterland aufmacht und in einem abgelegenen Haus Geistern auf der Spur ist. Doch was er dort vorfindet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft… Gefolgt von einem Bischof, der herbeigerufen wird, um einer Hexenverbrennung beizuwohnen. Was passiert, wenn in der süddeutschen Stadt, die geprägt ist von Peinigung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die vermeintliche Hexe zu Unrecht verurteilt wird? Wird ihr Tod alle ins Verderben stürzen?

Triggerwarnung: Misshandlung, Suizid

Mit großartigen Farbillustrationen, einem doppelseitigen Poster und coolem Shikishi!

Vielen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Schon viel zu lange gab es keinen Manga mehr bei mir, umso mehr ein Grund hier direkt zuzugreifen!

Ein Debüt, das sich sehen lassen kann!

Ob jetzt wirklich bewusst oder weil das Angebot geringer ist, kann ich schwer sagen, aber zu deutschsprachigen Mangakünstler*innen greife ich doch sehr selten. Hier war es mir vorher auch nicht bewusst, aber ich bin unglaublich froh, dass ich mir diese Chance nicht habe entgehen lassen!
Der Manga enthält gleich zwei Kurzgeschichten, die sich zwar beide im Horror Genre wiederfinden, doch aber kaum unterschiedlicher sein könnten.

In der ersten Geschichte „Osiris“ geht es um den jungen Content Creator Hideaki Kobayashi, der Lost Places auf seinem YouTube Kanal vorstellt und somit auf der Suche nach Spukhäusern rund durch Japan reist. Mit im Gepäck sein kleiner Stubentiger – so landet er auch bei seiner neusten Station und wenn er wüsste, was ihn hier erwartet, hätte er seine Karriere vielleicht doch eher an den Nagel gehangen.
Unglaublich atmosphärisch und mit einem gewaltigen Gänsehautfaktor, der bei mir für den ein oder anderen Schauer beim Lesen gesorgt hat und es definitiv in sich hatte. Ich würde ja mal ganz vorsichtig tippen, dass diese Story auch für die Altersempfehlung ab 18 verantwortlich ist.

Zeichnung @Dominik Jell | Carlsen

Vielfältig & tolles Artwork

Kaum die erste Geschichte beendet, möchte man eigentlich erst einmal durchatmen, denn zumindest mir saß sie schon ziemlich in den Knochen – Hut ab!
Die zweite Story wirft uns dann nach Süddeutschland im Mittelalter zu den Pestdoktoren und an die Seite eines jungen Bischofs, der einer Hexenverbrennung beiwohnen soll. Der Wechsel ist erstaunlich und bietet auch ein komplett anderes Feeling. Wo die erste Story doch eher Trash-Liebhaber*innen anspricht, sorgt diese nun für ein wenig mehr Tiefgang, auch wenn sie mit verhältnismäßig wenig Text auskommt.

Das liegt aber auch daran, dass die Digitalzeichnungen von Dominik Jell nicht nur sehr realistisch wirken, sondern auch sehr aussagekräftig sind. Hier wird es also nicht nur schaurig, sondern auch emotional erschreckend bei all den Abgründen, die hier noch einmal aufgezeigt werden. Ein wirklich tolles Gesamtpaket, das mich echt überraschen und überzeugen konnte – so hoffe ich nun darauf, dass wir noch einiges vom Autor erwarten können!

Zeichnung @Dominik Jell | Carlsen

Mit Mortalis hat Dominik Jell in seinem Manga Debüt gleich zwei Kurzgeschichten parat, die ganz unterschiedliche Aspekte des Horrors bereithalten und fantastische Unterhaltung bieten und für so einige Gänsehautmomente sorgen. Ein grandioses Gesamtpaket und ein Mange, den sich Genre-Liebhaber*innen nicht entgehen lassen sollten!

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