Rezension | Nachtangst von Emely Dark

Rezension | Nachtangst von Emely Dark

Titel: Nachtangst – Das Wesen der Stille | Autor: Emely Dark | Verlag: epubli | Erscheinungsdatum: 26.02.2019 | Seitenzahl: 360

TRIGGERWARNUNG
Nacht für Nacht kämpft Emely mit den Dämonen ihrer Kindheit. Vom wahnhaft christlichen Vater jahrelang seelisch misshandelt, kann sie auch als Teenager die widersinnige Angst vor Hexen und Wiedergängern nicht abschütteln, die er in ihr gesät hat. In ihren Träumen erwachen die Wesen der Dunkelheit zum Leben und verzehren sich nach ihrem Blut.
Als ein schwerer Schicksalsschlag die junge Frau gänzlich aus der Bahn wirft, beginnen Vision und Realität zu verschmelzen – bis es kein Entrinnen mehr gibt und Emely sich der Wahrheit stellen muss.
Der Wahrheit über die Angst. Aber vor allem über sich selbst.

Vielen Dank an Emely für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Als mich die liebe Emely angeschrieben und von ihrem Buch erzählt hat, war mein Interesse sofort geweckt. Die Geschichte an sich klang für mich schon sehr außergewöhnlich, doch dass diese ihren Ursprung im Leben der Autorin gefunden hat, zeichnet sie ganz besonders aus…

Eine wahre Begebenheit

Auch, wenn die Autorin ein paar Änderungen vorgenommen hat, so beruht diese Geschichte doch auf ihrer düsteren Kindheit, weshalb ich auch in dieser Stelle nochmal eine klare Triggerwarnung aussprechen möchte.
Bereits nach wenigen Seiten wird klar, dass hier nichts Gutes auf die Leser wartet. Es ist eine unglaublich einnehmende und bedrückende Geschichte und versetzt einen sofort in die entsprechende atmosphärische Stimmung.

Für einen Debüt-Roman kann ich hier nur meinen Hut ziehen, denn Emely Dark hat in meinen Augen jetzt schon einen interessanten und sehr prägnanten Schreibstil, der vor allem zu dieser Geschichte unglaublich gut passt und mich fesseln konnte. Es war viel mehr der Inhalt, weshalb ich manchmal das Buch am liebsten zur Seite gelegt hätte, weil alles so authentisch geschildert ist, dass man sich nur sehr schwer davon lösen kann.

Es beginnt alles in der Kindheit der gleichnamigen Protagonistin und so sehr ich mir auch immer wieder einen Lichtblick erhofft hatte, schien sie doch immer wieder erst umso tiefer fallen zu müssen. Nach und nach verstrickt sich in die Handlung ein Hauch von Mystery, der dafür gesorgt hat, dass ich nie so recht wusste, was mich als nächstes erwarten würde. Zwischenzeitlich hatte ich zwar selbst ein wenig das Gefühl mich in der Geschichte und den verschiedenen Verstrickungen zu verlieren, finde es aber rein stilistisch gar nicht so falsch gewählt.

Ein schwerer Nachklang

So sollte es natürlich nicht überraschen, dass hier kein ultimatives Happy End auf den Leser wartet, das verkündet, dass eben doch immer wieder alles gut wird. Denn das wird es leider einfach nicht. Dennoch möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, wie sehr ich die Stärke der Autorin bewundere, all die Kraft nicht nur für sich selbst gefunden zu haben, sondern auch dafür, die Geschichte niederzuschreiben und damit eventuell auch andere Menschen zu erreichen.

Nachtangst hat nicht nur einen schweren Nachklang bei mir hinterlassen, ich habe schon allein das Gefühl von Bauchschmerzen, wenn ich das Buch allein nur sehe. Die Geschichte von Emely hat mich wirklich sehr bewegt, aber eben auch sehr stark erschüttert. Daher würde ich das Buch bei weitem nicht jedem empfehlen, wer sich aber von der Thematik angesprochen fühlt und sich damit mehr beschäftigen möchte oder das Ganze vielleicht sogar ein wenig distanzierter betrachten kann, dem kann ich das Buch wirklich nur empfehlen.

Nachtangst von Emely Dark hat es geschafft, mich vollkommen unerwartet zu überrennen und hat einen schweren Nachklang bei mir hinterlassen – diese Geschichte muss auf jeden Fall mit einer Triggerwarnung versehen werden. Ein unglaublich starker Debüt-Roman, doch vor allem eine unglaublich starke Frau, die diese Geschichte gelebt hat!

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