Rezension | The Music of What Happens von Bill Konigsberg

Rezension | The Music of What Happens von Bill Konigsberg

Titel: The Music of What Happens | Autor: Bill Konigsberg | Übersetzer: Ralf Schmitz | Verlag: ONE Verlag | Erscheinungsdatum: 27.11.2020 | Seitenzahl: 352 | Altersempfehlung: ab 14

Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft …

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Obwohl ich meistens eher zu einem anderen Genre greife, war ich hier doch sehr gespannt, nicht zuletzt, weil ich bereits von so vielen begeisterten Leser*innen gehört habe.

Teils wie erwartet und dann doch ganz anders

Obwohl ich wusste, dass diese Geschichte auch sehr wichtige und teils schwierige Themen anspricht, habe ich hier dennoch ein Buch erwartet, das sich leicht wegliest. Das hört sich in der Kombination vielleicht ein wenig merkwürdig an, aber gerade das Genre und der meistens damit einhergehende Schreibstil sorgen bei mir dafür, dass ich solche Bücher meistens in einem Schwung beende und auch ziemlich schnell beim Lesen vorankomme. So ist Bill Konigsberg mit The Music of What Happens meinen Erwartungen ziemlich gerecht geworden, wenn ich auch sagen muss, dass der Einstieg, wenn nicht sogar die ganze Story dennoch ein wenig holprig geblieben ist.

Die ganze Grundstimmung entspricht definitiv nicht der eines „Wohlfühlbuches“. Viel eher findet man hier Charaktere, die nicht leicht zugänglich sind und eine Handlung, die irgendwo zwar Sinn ergibt, sich dann aber doch zwischendurch immer mal zu verlieren scheint. Ich selbst schreibe keine Bücher und habe dadurch auch nicht den Einblick, hatte hier aber das Gefühl, als wenn das Buch gar nicht fertig geplottet worden wäre, sondern eher ein grober Plan fest stand und der Autor dann „einfach“ drauf los geschrieben hat. Die Themen, die dann noch mit aufgegriffen wurden, haben natürlich ebenso ihren Teil dazu beigetragen…

Schwierige Charaktere & wichtige Themen

Vorweg: ich habe gar kein Problem, wenn eine Geschichte eben nicht dem Bild eines „Wohlfühlbuches“ entspricht. Im Gegenteil, ich finde, dass es unglaublich wichtig ist, dass viele Themen mehr angesprochen werden.
Wer allerdings auf der Suche nach einer Happy End Geschichte ist, wird mit diesem Buch einfach nicht glücklich sein.
Da kann es schon mal passieren, dass das Cover falsche Signale sendet, doch die Triggerwarnung sollte hier auf jeden Fall beachtet werden.

Max und Jordan stehen als Hauptcharaktere im Mittelpunkt und könnten nicht unterschiedlicher sein. Allerdings könnten sie auch mit kaum mehr Klischees bestückt sein, wenn es sich bei den beiden im Vergleich zu ein paar Nebencharakteren auch noch in Grenzen hält. In manchen Situationen hatte ich das Gefühl, dass der Autor eigentlich das Gegenteil bewirken wollte, doch bei mir ist das nicht wirklich in der Umsetzung so angekommen. Max ist eigentlich ein cooler Typ, hat aber oft einfach total das Brett vor dem Kopf und mit Jordan bin ich leider noch weniger warm geworden. Es tat mir echt leid, aber so wirklich das Herz aufgegangen ist mir hier nicht. Wenn ich auch ganz klar sagen muss, dass das Buch auf jeden Fall trotzdem lesenswert ist. Und auch das Empfinden gegenüber Charakteren ist ja sehr unterschiedlich, weshalb ich hoffe, dass andere hier ganz begeistert von sein werden.

Die eigentliche Verbindung besteht hier ganz klar aus dem Foodtruck, was mal etwas anderes ist und eigentlich auch viele coole Situationen und Chancen in der Geschichte bietet. Aber auch das Hauptziel der Story wurde, zumindest für meinen Geschmack, manchmal aus den Augen verloren.
Nicht zuletzt bekommt das Buch ganz klar seinen Nachklang aus den Themen (Triggerwarnung), mit denen sich der Autor beschäftigt. Auf der einen Seite fand ich die Ansätze hier sehr toll, auf der anderen fand ich aber manche Szenen aufgrund der Ruppigkeit der Charaktere ein wenig verloren…

Mit The Music of What Happens hat Bill Konigsberg genau das geliefert, was ich mir vorgestellt hatte, konnte mich auf der anderen Seite aber auch überraschen. Ich fand es gut, welche Themen hier angesprochen wurden und eigentlich auch den Umgang mit ihnen. Manchmal hatte ich nur das Gefühl, dass die Ruppigkeit der Charaktere vielen Szenen viel Kraft genommen hat. Dennoch auf jeden Fall einen Blick wert.

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4 comments found

  1. Hey Jill,

    Ich habe das Buch auch schon gelesen und fand es eigentlich sehr langweilig. Mir passierte zu wenig und ich konnte die Anziehung zwischen den beiden auch garnicht fühlen. Für mich war das eher ein Flop.

    Liebe Grüße,
    Jessi

    1. Liebe Jessi,

      das tut mir leid! Aber ich kann deine Kritik auch wirklich verstehen, das Buch sorgt auf jeden Fall für eine Menge Zwiespalt :’D

      Liebe Grüße
      Jill

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