Rezension | Unter Freundinnen von Cath Weeks

Rezension | Unter Freundinnen von Cath Weeks

Titel: Unter Freundinnen | Originaltitel: Friends Don’t Lie | Autor*in: Cath Weeks | Übersetzer*in: Nicole Lischewski | Verlag: Knaur | Erscheinungsdatum: 02.11.2021 | Seitenzahl: 400

Melissa, Rachel und Jenny sind seit ihrer Kindheit eng befreundet, sie leben noch heute in der englischen Kleinstadt Dorset, in der sie aufgewachsen sind, und teilen alle ihre Geheimnisse, Freud und Leid. Finanzielle Probleme, Streit in der Familie, Zukunftssorgen, aber auch die unerwarteten Glücksfälle – all das scheint die drei Freundinnen nur noch enger zusammenzuschmieden. Als Jenny eines Tages bei einem Bootsunglück stirbt, ist Melissas und Rachels Trauer dementsprechend groß. Doch bald mehren sich die Ungereimtheiten, und alles deutet daraufhin, dass Jennys Tod kein Unfall, sondern heimtückischer Mord war. Auch andere unliebsame Wahrheiten drängen ans Licht. Rachel und Melissa müssen sich fragen, wie gut sie die Freundin eigentlich kannten. War ihre Freundschaft bloß auf Lügen aufgebaut? Schlimmer noch: Waren diese Lügen Grund für Jennys Tod? Ist eine der Freundinnen gar zur Täterin geworden?

Mitreißend und emotional erzählt Newcomer Cath Weeks in diesem Spannungsroman die Geschichte einer Frauen-Freundschaft, die durch Lügen und Verrat plötzlich ins Zwielicht gerät und auch ihre Leserinnen vor unbequeme Fragen stellt: Wie gut kennen wir unsere Nächsten und Liebsten wirklich?

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Das Buch klang einfach schon genau nach meinem Geschmack und um meinen Thrillerdurst zu stillen, kam es wie gerufen.

Wenn Freundinnen zu Feindinnen werden

Melissa, Rachel & Jenny gehören zu einer eingeschworenen Clique – das wissen alle. Gemeinsam mit ihren Partnern und Kindern verbinden sie ihre Leben und machen fast alles gemeinsam.
Bis auf diesen einen Bootsausflug, an dem Melissa sich ausklinken sollte und der für Jenny tödlich endete und der einfach alles veränderte.
Die ganze Dynamik gerät ins Wanken, wobei ich als Leserin auch eher nur eine Vorahnung davon hatte, wie gut die Atmosphäre zwischen den befreundeten Familien war, denn die Geschichte kommt ziemlich schnell auf den Punkt und somit auch zu den ersten Differenzen.
Was zuerst wie ein tragisches Unglück wirkte, scheint auf einmal zu einem Mordfall zu werden und während sämtliche Geheimnisse nach und nach aufgedeckt werden, schaut die Gemeinschaft von der Kleinstadt Dorset voller Häme zu.

Unterschiedlicher hätten auch die Freundinnen nicht sein können, was dem Ganzen noch mehr Bewegung verliehen hat. Und lustigerweise fand ich die Charaktere, trotz mangelnder Sympathiepunkte, wirklich stark. Gerade an Melissas Seite wollte ich mir immer wieder die Haare raufen, weil sie es einfach nie gut sein lassen kann und viele Dinge ins Rollen bringt, bei denen die Konsequenzen nun wirklich keine Überraschung darstellten.
Kaum wird ein Charakter mit einem Geheimnis konfrontiert, holt dieser auch zum Gegenschlag aus und so langsam gerät alles außer Kontrolle, gepaart mit all den Emotionen, die solch eine Situation mit sich bringt, eskaliert es hier gar nicht mal so wenig.

Domestic Noir

Die englische Bezeichnung des Unter-Genres ist mir wesentlich lieber, da „Hausfrauen-Krimi“ naja…lassen wir das. Dennoch trifft das hier ziemlich gut zu, wer also auf der Suche nach ein wenig Desperate Housewives Flair ist, der sollte sich das Buch definitiv genauer ansehen.
Die Spate war mir vorher noch gar nicht so bewusst, bis ich Southern Gothic gelesen hatte.
An die Geschichte mit Thriller-Erwartungen heranzugehen, könnte durchaus zu einer kleinen Enttäuschung führen, obwohl das Buch definitiv nicht schlecht ist, es ist nur eine andere Art von Spannung, gepaart mit jeder Menge Drama.
So läuft es vor allem auf die große Frage hinaus, wie sehr wir unsere Liebsten wirklich kennen und vertrauen können – in diesem Fall ist das Alles wohl eher mit Vorsicht zu genießen.

Das Gesamtpaket erhält von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung, denn ich war einfach angetan! Die unterschiedlichen Charaktere haben zwar manchmal ein wenig oberflächlich gewirkt, bestanden aber aus einer Kombination, die die Geschichte angefeuert hat und einen zusätzlich angetrieben haben, hinter all die Geheimnisse kommen zu wollen.
Der Schreibstil ist leicht, die Handlung kommt schnell ins Rollen und somit auch all die Geheimnisse und Gerüchte, die sich auftun und den Fall erschweren. Ich war mir lange Zeit echt unsicher, in welche Richtung es genau laufen wird und habe als Dank zum Schluss eine kleine Überraschung bekommen.

Kein typischer Thriller, doch ein gelungener Domestic Noir Roman, den ich gerne weiterempfehle! Wer spannende Dramen sucht und gerne einen Touch von Desperate Housewives hat, der sollte sich unbedingt Unter Freundinnen von Cath Weeks vornehmen!

KAUFEN!

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