3 Herzen Rezension

Rezension: Wunschtag / Lauren Myracle

„…Du glaubst auch nicht an Magie.“
„Ich habe auch nie etwas anderes behauptet.“
„Warum ist es dann wichtig?“
Darya musterte sie mit einem Blick, der sehr nach Mitleid aussah. „Weil du es bist.“

Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 02.10.2017
Seitenzahl: 368
Altersempfehlung: ab 10

Es ist Tradition in Nataschas Heimatort Willow Hill: In der dritten Nacht des dritten Monats nach dem dreizehnten Geburtstag kann man drei Wünsche äußern. Der erste ist ein unmöglicher Wunsch. Der zweite ist ein Wunsch, den man sich selbst erfüllen kann. Und der dritte ist der tiefste Wunsch, verborgen im eigenen Herzen. Ein schöner Brauch, findet Natascha, als ihr Wunschtag angebrochen ist. Sie glaubt zwar nicht an Magie, aber was kann schon passieren? Und sie weiß genau, was sie sich wünscht:
1. Der unmögliche Wunsch: dass meine Mutter noch am Leben ist
2. Der Wunsch, den man sich selbst erfüllen kann: dass ich geküsst werde
3. Der tiefste Wunsch, verborgen im eigenen Herzen: dass ich für jemanden etwas ganz Besonderes bin
Was kann schon passieren?

Bei Wunschtag handelt es sich um eine der vier Neuerscheinungen aus dem neuen Label des Verlags you&ivi, hierzu habe ich auch eine kleine Vorstellung gemacht, wenn ihr mehr wissen möchtet – klickt hier.
Mein Dank geht natürlich an den Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Ich bin mit dem Buch eigentlich mit nicht allzu hohen Erwartungen rangegangen, weil auch das Cover noch nicht viel verrät und ich den Klappentext nie direkt vor dem Lesen noch einmal durchgehe.
Dass der Einstieg gleich so vielversprechend war hat mich demnach wirklich positiv überrascht.
Mit einem geheimnisvollen Setting und vieler unbeantworteter Fragen war ich gleich Feuer und Flamme für die Geschichte.

Natascha hat ihren Wunschtag und offenbart somit relativ schnell ihre tiefsten Gefühle, doch ihr Antrieb wird erst nach und nach klarer. So ganz anders als ihre Schwestern würde sie sich zwar gerne selbst akzeptieren, hat aber immer wieder das Gefühl, dass sie anderen damit im Weg steht.
So schwankt man selbst beim Lesen immer wieder zwischen Verständnis, Mitgefühl und Verletztheit. Es geht dabei aber um unglaublich viel Emotionen, wie es ohne Mutter ist, in einer großen Familie und wenn man seinen eigenen Platz versucht zu finden.

Konnte eine Person in sich selbst verschwinden und dort für immer stecken bleiben?
Vermutlich schon. Ein Mädchen wollte vielleicht aufhören, sich schrecklich zu benehmen, dar dazu aber nicht in der Lage. Ein Mädchen konnte gleichzeitig fortgegangen sein und nicht fort sein.
Das konnte passieren.

Der Anfang der Story hatte mir wirklich gut gefallen, dann hat sich aber schnell eine relative „Stille“ eingependelt. Es ist sehr ruhig und hat auf einmal doch nicht so viele Mystery-Aspekte, wie zuvor gedacht.
Was zwar nicht unbedingt schlecht war, für mich persönlich aber ein wenig der Spannung genommen hat.
Allerdings fand ich das Gefühlschaos zwischen den Schwestern unglaublich einfühlsam und bedeutend.

Eine wirklich interessante und außergewöhnliche Geschichte, mit kleinen „Mystery-Elementen“, jedoch mehr dem Hang zur Realität und wie man sich dieser stellen muss.
Die ein oder andere Handlung hat mir leider nicht ganz so zugesagt, auch wenn sie gar nicht abwegig gewesen ist.
Wäre der Anfang anders gestaltet worden, hätte ich mich wohl nicht so sehr auf etwas anderes versteift und wäre offener gewesen. So hat mir aber danach ein bisschen was gefehlt.
Nichtsdestotrotz werden hier wichtige Dinge angesprochen und toll verpackt dem Leser präsentiert.

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