Rezension | Zauber und andere Missgeschicke von Marlene Guggenberger

Rezension | Zauber und andere Missgeschicke von Marlene Guggenberger

Titel: Zauber und andere Missgeschicke | Autor*in: Marlene Guggenberger | Verlag: BoD – Books on Demand | Erscheinungsdatum: 21.03.2021 | Seitenzahl: 564 (Printausgabe)

Kíla, eine eher mäßig begabte, junge Hexe auf der Suche nach ihrem Seelentier, stößt zufällig auf ein wohlgehütetes Familiengeheimnis, während ihre beiden Mitbewohner, der junge Vampir Vesh und die freche, krimi-affine Pixiedame Violet, dem Rätsel der dezimierten Blutpillenlieferungen, die essentiell für das Vampirvolk sind, nachgehen.

Mit einigen Fehlschlägen und unerwarteten Wendungen gelingt es den drei Chaoten schließlich, mit der Hilfe von einigen Freunden und Verwandten alles zum Guten zu wenden und wieder Ruhe in New York City einkehren zu lassen, wobei auf dem Weg dahin natürlich mit dem einen oder anderen Missgeschick zu rechnen ist.

(Hinweis der Autorin: Nicht für Personen unter 16 Jahren geeignet)

Vielen Dank an Marlene Guggenberger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Erst durch die Anfrage der Autorin selbst bin ich auf das Buch aufmerksam geworden, war aber auch gleich so neugierig, dass ich mein Glück gerne versuchen wollte.

Ein paar Verwirrungen

Wahrscheinlich ist es von der Autorin eher so gedacht, dass man da selbst drauf stoßen soll, aber ich bin jetzt mal ganz frech und nehme es vorweg: Es ist nämlich so, dass ich die Charaktere zwar gleich zu Beginn ziemlich cool fand, aber immer wieder irritiert war. Es gibt zwei Handlungsstränge und zuerst dachte ich schon, dass ich die Charaktere durcheinander bringe, als ich das ausschließen konnte, kam ich mir ein wenig verplant vor und stand immer noch auf dem Schlauch, bis dann endlich der Groschen gefallen ist – die freche Pixiedame Violet liest während der Handlung einen Krimi und man switcht in den Handlungen hin und her!
(Es ist zwar cool, dass selbst zu entdecken, aber ich glaube noch mehr Spaß hat man beim Lesen, wenn man diese beiden Handlungsstränge von Anfang an zuordnen kann.)

Nachdem ich also besser einordnen konnte, wer zur „echten“ Geschichte gehört und wer zu Violets Krimi, hat die Story für mich auch gleich mehr an Leichtigkeit gewonnen und ich konnte mich besser auf die eigentlichen Handlungsstränge konzentrieren, die durchaus was zu bieten haben.
Herzlich willkommen in der chaotischen aber auch sehr harmonischen WG! Hier lebt Kíla, die als Hexe noch nicht so ganz ihren Platz gefunden hat mit Vesh, dem untypischen und noch sehr jungen Vampir und der kleinen (ab und zu ziemlich anstrengenden) Pixiedame Violet zusammen. Ungleicher könnten die drei nicht sein und sorgen allein dadurch schon für gute Unterhaltung. Ganz cool fand ich hier, dass sich die drei nicht erst gefunden haben, sondern bereits als Gespann da waren, ebenso wie Kílas Freund und Vesh‘ Bruder und Schwägerin.

Wirklich toll für zwischendurch

Nach und nach fällt den drei Mitbewohnern auf, dass Vesh Bruder ein Geheimnis mit sich herumträgt, das ihn ziemlich belastet und hinter dem eine wesentlich größere Gefahr steckt, als sie anfangs angenommen hätten. Parallel begibt sich Kíla auf die Spuren ihrer Selbstfindung, wenn auch nicht ganz freiwillig und dann gibt es noch den überaus interessanten Kriminalroman, der Violet einfach nicht loslässt, und bei dem man zeitgleich noch mit ermittelt.
So spitzen sich beide Handlungen immer mehr zu und man fiebert beiden entgegen, doch die Abwechslung zwischen den beiden Settings ist dabei sehr unterhaltsam.

Meine anfängliche Verwirrungen hat zwar für einen etwas holprigen Start gesorgt, doch danach war Zauber und andere Missgeschicke eine wirklich nette Unterhaltung für zwischendurch. An manchen Stellen gibt es noch Potenzial nach oben, aber das ist ja nicht immer verkehrt. Manchmal hat mir ein wenig das Feuer gefehlt, aber das ist natürlich auch Geschmackssache. Die Harmonie zwischen den Charakteren hat einfach Spaß gemacht. Es ist, bis auf kleine Ausnahmen, eine eher ruhigere, wenn auch humorvolle Geschichte, bei der man gut abschalten kann.
Der Genremix, der durch Violets Lektüre entstanden ist, war auch mal was anderes – hier muss man natürlich beides mögen. Wer aber auf spannende Krimis steht und zeitgleich Lust auf Hexen, Vampire & Co. hat, der sollte definitiv mal einen Blick auf die Geschichte werfen!

Zauber und andere Missgeschicke hält eine kleine Überraschung in sich bereit, über die man am Anfang eventuell stolpert, danach aber dafür doppelte Unterhaltung bekommt. Ein spannender Kriminalfall und zeitgleich eine chaotische WG aus einer Hexe, die sich selbst noch finden muss, einem jungen und so gar nicht typischen Vampir und einer ziemlich frechen Pixiedame, die es faustdick hinter den Ohren hat.

KAUFEN!

AUCH REZENSIERT VON: Osnastadtkreisblogger

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