Bundle-Rezension | Green Class 1, Low 2 & M.O.R.I.A.R.T.Y

Bundle-Rezension | Green Class 1, Low 2 & M.O.R.I.A.R.T.Y

Da sich mal wieder ein paar gelesene Comics angesammelt haben, gibt es eine kleine Bundle-Rezension für euch. Von totgeglaubten Bösewichten, Schlachten ums Überleben und einer Pandemie, die die Welt verändert.

Green Class 1: Pandemie

Titel: Green Class 1: Pandemie |  Autor: Jérôme Hamon |  Übersetzer: Tanja Krämling  |  Illustrator: David Tako |  Verlag: Splitter VerlagErscheinungsdatum: 25.10.2019  |  Seitenzahl: 72

Eigentlich haben sich Beth, Noah, Sato und ihre Freunde gefreut, nach der Hitze während der Klassenfahrt in Louisiana wieder zurück nach Toronto zu kommen. Ordentliches Essen, vernünftiger Internetempfang und an jeder Ecke eine Steckdose… ein Traum im Vergleich zu den froschverseuchten Sümpfen! Aber schnell wird klar, dass Kanada im Würgegriff einer weitaus schlimmeren Seuche steckt: Ein Virus verwandelt die Menschen nach und nach in gewalttätige Pflanzenmonster, und die Armee hat eine großflächige Quarantäne verhängt. Aber Ende der Welt hin oder her, so einfach lassen sich die Kids nicht unterkriegen!

Vielen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Bei Green Class handelt es sich um einen der Comics, den ich sehnsüchtig aus dem neuen Programm vom Splitter Verlag erwartet habe. Nicht nur die ersten Zeichnungen haben genau meinen Geschmack getroffen, vor allem war ich hier auf die inhaltliche Umsetzung gespannt. Mit Dystopien bekommt man mich eigentlich immer, doch mit dem gewissen „grünen Touch“ sind meine Erwartungen ziemlich gestiegen.

Nun ist es natürlich so, dass wohl kaum eine Zombie Geschichte ohne Klischees auskommt, und auch, wenn es hier nicht die gewohnten Untoten zu sehen gibt, so doch zumindest ein paar bekannte Muster. Ich persönlich finde es nicht ganz so tragisch, doch im Handlungsaufbau fällt es eben auf. Gepaart mit einer Teenie Story, die eben auch bedient werden muss kann man hier somit ein paar klassische Muster aus dem Genre genießen.

Was dafür umso mehr punkten kann ist der pflanzliche Aspekt und somit die Pandemie im Fokus. Hier haben mir die neuen Ideen wirklich gut gefallen und die Geschichte hat einen unglaublich guten Unterhaltungswert angenommen und konnte auch den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Für die überschaubare Seitenzahl ist in meinen Augen sogar recht viel passiert und die Geschichte hat sich ordentlich entwickelt, allerdings fliegt man auch geradezu durch die Seiten – wenn man nicht gerade an den ausdrucksstarken Zeichnungen hängen bleibt. So kann ich nur sagen: her mit dem nächsten Band, ich bin auf jeden Fall bereit!

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Low 2: Bevor uns die Morgendämmerung verbrennt

Titel: Low 2: Bevor uns die Morgendämmerung verbrennt | Autor: Rick Remender | Übersetzer: Bernd Kronsbein | Illustrator: Greg Tocchini | Verlag: Splitter Verlag | Erscheinungsdatum: 01.05.2016 | Seitenzahl: 112

Die Sonne stirbt – mit dieser Tatsache müssen sich die letzten Menschen der Erde anfreunden. Und um den tödlichen Strahlen des sterbenden Sterns zu entkommen, bauen sie riesige Städte am Grund der Ozeane. Doch keine der Sonden, die man aussendet, um einen neuen bewohnbaren Planeten aufzuspüren, wird fündig. Zehntausend Jahre vergehen und allmählich schwindet jede Hoffnung auf Rettung. Doch Stel Caine ist eine unverbesserliche Optimistin. Sie kann und will nicht akzeptieren, dass das Ende unausweichlich ist. Trotz der Schwierigkeiten, Nahrung für die letzten Menschen zu finden. Trotz der riesigen Gefahren der Tiefsee. Trotz einer Sonne, die kurz davor ist, zur Nova zu werden. Stel Caine gibt nicht auf. Sie ist die letzte Hoffnung einer zum Sterben verurteilten Menschheit…

So lange schwärme ich schon von dem ersten band und versuche jedem diese Reihe anzudrehen, dabei habe ich selber nicht einmal weiter gelesen. Nun habe ich das aber endlich aufgeholt und was soll ich sagen? So wie sich die Geschichte weiterentwickelt, wächst auch meine Liebe zur Story auf jeder Seite ein bisschen mehr. Ich liebe das Worldbuildung von Rick Remender – der gesamte Aufbau, die Handlung, die Charaktere.

Was im ersten band schon überwältigend gewirkt hat, entwickelt sich in dieser Fortsetzung weiter. So kann man als Leser weitere Perspektiven kennenlernen und noch einen besseren Eindruck gewinnen, zeitgleich wird einem aber schnell bewusst, dass dort noch unglaublich viel für einen zu entdecken ist. Jede einzelne Szene ist unglaublich intensiv und hat mich kaum noch losgelassen, sodass ich wahnsinnig froh bin, die weiteren Bände schon bereitstehen zu haben. Wer auf ein ausgeklügeltes, postapokalyptisches Sci-Fi-szenario steht und nicht allzu zart besaitet ist, der sollte sich diese Reihe auf keinen Fall entgehen lassen.

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M.O.R.I.A.R.T.Y: Das mechanische Imperium

Titel: M.O.R.I.A.R.T.Y.: Das mechanische Imperium | Autor: Fred Duval & Jean-Pierre Pécau | Übersetzer: Swantje Baumgart | Illustrator: Stevan Subic | Verlag: Splitter Verlag | Erscheinungsdatum: 27.09.2019 | Seitenzahl: 128

Das Jahr 1899, London. Die wabernden Schwaden einer kleinen Opiumhöhle werden durch die Raserei eines monströsen Mannes verwirbelt, den die Süchtigen als Dr. Jekyll kennen. Zur gleichen Zeit beweist der berühmte Sherlock Holmes in einer benachbarten Spielhölle, dass sein Kontrahent Mr. Gibbs, der seit Wochen die Londoner Oberschicht am Spieltisch ausnimmt, ein Betrüger ist. Denn er ist nicht Mensch, sondern Maschine! Nur ein einziger Mann kann einen derart ausgefuchsten Apparat ersonnen haben: Holmes‘ totgeglaubter Erzfeind Moriarty! Gemeinsam mit seinen Kompagnons, dem loyalen Dr. Watson und Winston Churchill höchstpersönlich, beginnt Sherlock Holmes umgehend die Ermittlungen. Das Spiel beginnt.

Vielen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ich würde mich niemals als Sherlock Kenner bezeichnen, eher als jemanden, der ab und zu, und das auch sehr gerne, mal zu den Hörspielen gegriffen hat. So sind mir die Grundstrukturen natürlich bekannt, doch eben nicht alle Details, was mich sofort als Laien entlarvt. Allerdings hat mich schon allein die Aufmachung von diesem Comic so neugierig gestimmt, dass ich mein Glück einfach versuchen musste.

Jetzt lacht mich nicht gleich aus, aber: ein zu großer Textanteil in Comics schreckt mich ab. Das hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an, doch ich greife gerade deshalb zu Comics, damit ich abschalten und mir die Handlung teils eben auch „zeigen“ lassen kann. Nachdem ich M.O.R.I.A.R.T.Y. aufgeschlagen habe, war ich anfänglich ein wenig abgeschreckt. Wem es genauso ergehen sollte – das gleicht sich später wieder aus!

An sich treffen hier bekannte Abschnitte eines Klassikers auf Steampunk und werden zu einem Gesamtbild, das teils verwirrend und überladen wirkt, auf der anderen Seite aber durchaus überzeugen und vor allem auch überraschen kann. Für Fans auf jeden Fall eine klare Empfehlung, als „Sherlock-Einstieg“ in meinen Augen aber gänzlich ungeeignet, ebenso für jene, die doch eher auf klare Strukturen stehen, so wie meine Wenigkeit. Wenn man sich aber darauf einlassen kann, ist dieser Comic auf jeden Fall einen Versuch wert!

Übrigens findet man hier im „Splitter Double“ gleich zwei Geschichten aus dem Original – die Geschichten kann man an sich so stehen lassen oder eben auf eine Fortsetzung hoffen.

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Green Class hat meinen Erwartungen standhalten können und ist ein Auftakt, der sich sehen lassen kann! Unglaublich viel Handlung, ohne überladen zu wirken und kann durch bekannte wie neue Aspekte im dystopischen Bereich überzeugen.
Low 2 ist eine unglaublich starke Fortsetzung, die meine Liebe noch hat wachsen lassen – ich bin unglaublich angetan von der Reihe, von der durchdachten und unglaublich spannenden Handlung.
M.O.R.I.A.R.T.Y. ist für wahre Sherlock Fans sicherlich ein Muss! Mir persönlich war es ein bisschen zu verworren und verschnörkelt, dennoch auf jeden Fall lesenswert.

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