Rezension

Rezension: Die Legende der vier Königreiche / Amy Tintera

„Fragst du dich manchmal“, sein Blick war auf den Boden gerichtet, „ob vielleicht wir die Gefährlicheren sind, nicht die Ruined?“
Einen Augenblick zögerte Galo, bevor er antwortete: „Immer.“

Verlag: HarperCollins  |  Erscheinungsdatum: 09.10.2017
Seitenzahl: 352  |  Altersempfehlung: ab 12

Einst waren die vier Königreiche geeint. Nun herrschen Krieg und Zerstörung. Die Eltern von Emelina, der Prinzessin von Ruina, wurden vom König des Nachbarreiches Lera umgebracht und ihre Schwester verschleppt. Emelina will Vergeltung! Ihr Plan ist so grausam wie genial. Erst tötet sie die Verlobte von Cas, dem Thronfolger von Lera, dann nimmt sie deren Platz ein. Am Hofe des Feindes will sie den König und alles, was ihm teuer ist, auslöschen – auch Cas. Aber je mehr Zeit sie mit dem Prinzen verbringt, desto mehr will ihr Herz ihr Vorhaben vereiteln …

Dieser Titel hat mich schon in der Verlagsvorschau neugierig gemacht, umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es vom Verlag als Rezensionsexemplar gestellt bekommen habe – vielen lieben Dank dafür!
Das Cover finde ich zwar nett, fällt aber leider gar nicht so sonderlich auf. Dabei hat die Geschichte wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient!

Mit einem Start mitten ins Geschehen landet man gleich mittendrin und findet sich in einer ungewissen Situation. Denn trotz viel Gewalt, konnte ich mir selbst so schnell kein Urteil über die Charaktere bilden und habe fasziniert nach mehr Hintergrundinformationen gesucht.
Emelina ist ein unglaublich starker Charakter und mit ihrer Art konnte sie gleich Sympathiepunkte bei mir sammeln.
Wenn auch mit ziemlich fragwürdigen Methoden, verfolgt sie ihr Ziel und sinnt sich nach einem: Rache und die Befreiung ihrer Schwester.
Was mich aber besonders begeistert hat, war, dass sie Dinge hinterfragen kann und sich selbst ein Urteil bildet. Natürlich hat sie einen klaren Plan vor Augen, doch genauso versucht sie offen für ihr Umfeld zu bleiben.
Aus demselben Grund konnten mich auch zwei weitere Charaktere unglaublich begeistern. Prinz Cas und sein bester Freund Galo, die zwar beide auf der entgegengesetzten Seite stehen, aber scheinbar ebenso wissen, wie man selbstständig denken kann.
Das hört sich vielleicht gerade nicht nach sehr viel an, allerdings ist es genau das, was mir in vielen Büchern oftmals auf die Nerven geht. Dass die Menschen scheinbar nicht mehr dazu in der Lage sind, sich selbst ein Urteil zu bilden oder zumindest erst, nachdem sie von anderen deutlich darauf aufmerksam gemacht haben.

Die Grundstory bietet wohl eigentlich nicht viel Neues, grob gesagt sind die Handlungsstränge durchaus nicht weit ab von Die rote Königin, allerdings machen die Charaktere hier den entscheidenden Unterschied.
Dass eine Bevölkerungsgruppe unterdrückt und ermordet ist, weil sie anders ist, nunja, auch das ist nichts Neues, ob nun fiktional oder real gesehen.
Hierbei zwischen den Fronten zu stehen und beide Seiten, bzw. die Menschen auf beiden Seiten zu begleiten erweitert einfach das ganze Bild und man ist hin und hergerissen. Natürlich habe ich mich innerlich beim Lesen aufgeplustert und für die Ruined gekämpft, aber man kann einfach nicht alle über einen Kamm scheren und gleichermaßen verurteilen.

Ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen war kurz vorm Reißen und ich habe bei jeder Seite mitgefiebert. Was mir besonders gut gefallen hat, dass man bei Emelinas Plan nicht jede Sekunde befürchten musste, dass sie auffliegt, sondern sich auch auf die Charaktere und das Setting konzentrieren konnte.
Obwohl mir die Handlung wirklich richtig gut gefallen hat, fand ich den sprachlichen Aufbau teilweise wirklich schwierig. Nicht vom Niveau, sondern vom Satzbau. Wenn ich die Sätze in Ruhe gelesen habe, bin ich manchmal über plumpe Ausdrucksweisen und Nebensätze gestolpert, die das Ganze für mich ein bisschen runtergesetzt haben. Da mich der Inhalt aber so fesseln konnte, bin ich irgendwann geradezu über die Sätze geflogen und habe mich nicht weiter daran aufgehalten. An dieser Stelle kann ich auch nicht beurteilen, ob es an der Autorin selbst oder der Übersetzung liegt, unabhängig davon, dass es ja sowieso Geschmackssache ist.

Die Legende der vier Königreiche hat für einen unglaublich starken Auftakt gesorgt, der mich wirklich aufgewühlt und fasziniert zurückgelassen hat. Im April 2018 soll die Fortsetzung auf Deutsch erscheinen, wie ich es bis dahin noch aushalten soll…puh.
Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch noch gar nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, was wirklich schade ist, da es mir so unglaublich gut gefallen hat und mich die starken Charaktere mehr als nur überzeugen konnten!
Wer also mal gedankenverloren an diesem Schmuckstück vorbei schlendert und sich fragt, was es damit auf sich hat – GREIFT ZU!

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7 Comments

  1. Huhu liebste Jill,

    ach wie schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Ich hatte schon echt Schiss, dass es dir nicht so gut gefallen würde.
    Ich bin auch der Meinung, dass es bisher viiiiel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Das mag aber auch an dem ja leider eher unspektakulären Cover liegen. 😀

    Vielen lieben Dank für deine Verlinkung. Ich packe deine Rezi jetzt auch mal in meine 😀

    Liebste Grüße
    Sonja <3 <3 <3

    1. Oh Sonja <3

      Haha, selbst wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ich dich ja nicht dafür verantwortlich gemacht 😉
      Aber ich fand die Geschichte wirklich eiinfach richtig cool!
      Ich hoffe einfach mal, dass sich jetzt nach und nach mehr diesem Auftakt zuwenden werden <3

      Liebste Grüße <3 Jill

    1. Oh Nicci,

      das freut mich sehr! Von der Atmosphäre hatte es ein bisschen Ähnlichkeit mit Iskari, zumindest hab ich das so empfunden…
      Wird dir hoffentlich gefallen 😉

      Liebe. <3

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