Rezension

Rezension: Love is Love

Wenn du an etwas glaubst, kämpf dafür.
Wenn du Unrecht siehst, kämpfe härter, als du je zuvor gekämpft hast.

Verlag: Panini   |   Erscheinungsdatum: 16.10.2017
Seitenzahl: 152   |   Altersempfehlung: ab 14
Eine Comic-Anthologie für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung

Am 12. Juni 2016 wurden bei einem Anschlag auf den Schwulen-Nachtclub „Pulse“ in Orlando 49 Menschen brutal ermordet.
In dieser Anthologie reagieren die unterschiedlichsten Comic-Künstler auf diese unfassbare Tat. In ihren Storys drücken sie Mitgefühl, Trauer und Sorge angesichts des Angriffs auf die LBGT-Community aus, machen aber auch Hoffnung und setzen sich für Gleichberechtigung und Frieden ein.
Mit einem Vorwort von Patty Jenkins, der Regisseurin von „Wonder Woman“ und „Monster“.
Von jedem verkauften Band werden 3 Euro den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer und dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gespendet.

Auch hier wieder einen großen Dank an den Panini Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!
Als ich in der Verlagsvorschau auf diesen Titel gestoßen bin, war mein Interesse gleich geweckt. In Amerika hat das Heft großen Anklang gefunden und die Idee dahinter finde ich einfach wunderbar.
Und dennoch habe ich es mir ganz anders vorgestellt…

Er Boxer Emile Griffith sprach aus Erfahrung:
„Ich bringe einen Mann um, und die Leute verstehen und vergeben. Wenn ich aber einen Mann liebe, dann ist das für die meisten Menschen eine unverzeihliche Sünde.“

…allerdings überhaupt nicht im negativen Sinne!
Gleich auf den ersten Seiten war ich absolut sprachlos. Es gibt so viel Vielfalt und Emotionen in so kurzen Abschnitten, dass ich einfach überwältigt war.
Die verschiedenen Storys erstrecken sich jeweils über 1-2 Seiten und kommen teilweise mit unglaublich wenig Worten aus und zeigen dennoch genau das, worauf es ankommt.

Mir sind nach so kurzer Zeit schon die Tränen gekommen, weil mir diese atemberaubenden Eindrücke den Atem geraubt und das Herz zerrissen haben. Und damit möchte ich keineswegs übertreiben.
Hier wird mit so viel Leidenschaft, Wut, Trauer und purem Lebenswillen gearbeitet, dass es Welten bewegen sollte. Und wohl auch könnte, wenn die Welt dafür bereit wäre.
Doch genau das ist es, ein Schritt in die richtige Richtung. Der Mut für ein Statement und Aufmerksamkeit für ein Thema, vor dem sich viele immer noch verschließen wollen.

Natürlich gab es auch 1-2 kleine Storys die vom Stil her nicht ganz so meinen Geschmack getroffen haben, was ich allerdings, wenn man die ganze Anzahl beachtet, bemerkenswert gering finde. In diesem Falle geht es aber auch wirklich einfach um den Inhalt, der hier aus den unterschiedlichsten Perspektiven angesprochen wurde. Ein Heft, das einfach jeder mal zur Hand nehmen sollte. Und auch mir selbst hat sich der Anschlag in Orlando, mit all seinen Opfern, erst jetzt fest in den Kopf gesetzt.

Wir werden nicht mit Hass im Herzen geboren.
Wir lehren ihn.
Und wir müssen damit aufhören.

Eigentlich fehlen mir die Worte, um diese Vielfalt, die ganzen Emotionen zu beschreiben.
Ich habe so oft geweint und war zerstört, nur um kurz darauf von so viel Menschlichkeit und Mitgefühl wieder aus tiefstem Herzen berührt zu werden.
Am liebsten würde ich durch die Straßen laufen und jedem diesen Comic in die Hand drücken. Das wird sich wohl leider nicht ganz so umsetzen lassen, dafür aber als die ein oder andere Aufmerksamkeit.

 

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